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Freitag, 25. September 2020

Das leise Knistern

 
Du denkst es ist ganz einfach. Klamotten aus und rein. Pellst langsam deine Socken von deinen Füßen, die schon glühen und es nicht länger ertragen Können eingepfercht zu sein. Streifst deine Hose ab, wie ein Gewand nur sperriger, zerrender. Dann deinen Pullover, der das T-shirt direkt mitnimmt und du ein verknotetes Etwas um deinen Hals baumeln hast und dich um ein Haar selbst strangulierst. Dann stehst du immerhin schon mal da. Fast nackt. In Unterwäsche, nicht die glanzvollste, aber immerhin schwarz. Es hätte also schlimmer kommen können. Dann die Brüste befreien. Der Verschluss springt wider Erwarten einfach auf und sie sind frei und nackt, genau so wie es sein sollte. Der Slip zuletzt, schnell und dennoch bleibst du kurz hängen mit dem einen Bein und stolperst fast. Nun hast du es geschafft und stehst da. Ein Fuß berührt das Wasser. Es ist so kalt wie du es in Erinnerung hattest. Auch dein Körper erinnert sich. Arschkalt also. Ein erstes Zögern macht sich breit. Aber du bist ja schon nackt. Du kannst dich nicht schubsen, du kannst es nur durchstehen und musst mental stark sein. Aber du bist verbundbarbar. Fühlst dich wie ein rohes Ei oder wie ein Kind oder wie jemand der Angst hat, der nicht hart und kalt sondern weich und warm ist. Du fühlst dich auch ein wenig verlassen und so als ständest du vor etwas was du nicht ganz einschätzen kannst, aber von dem du vermutest es könnte etwas Großes werden. Du denkst dass alles in Sekunden, aber du frierst und dein Zeh zuckt. Irgendwann stehst du bis zum Bauch drinne und merkst den kritischen Punkt, den du bereits überschritten hast. Trotzdem; Du hattest dir das Alles anderes vorgestellt. Einfacher. Geschmeidiger. Du bist an Land gekrochen. Vor viel zu langer Zeit. Deine Schwimmhäute sind verklebt, dein Atmen ist viel zu kurz geworden. Und du fragst dich jetzt; Wie solllst du das schaffen? Doch du lässt dich ein, fällst und sinkst zugleicht. Spürst wie du leicht wirst und aufgehoben bist. Zwischen dir und dem Boden nichts, also genau wie fliegen, nur anders herum. Deine Arme zappeln und deine Beine strampeln und am Ende tust du das was zu am Besten kannst. Unter dir knistert es ganz leise und du fühlst dich irgendwie Zuhause. Über dir summen die Wellen. Deine Haare stehen zu Berge und deine Flossen fangen langsam wieder an zu wachsen. Und du schwimmst im Meer. 



Samstag, 29. Dezember 2018

2018: let's sum it up!

Lights will guide you! Aber wohin bloß?
Ja, ich wollte schon immer mal einen Jahresrückblick schreiben! Also: here you go, Generalisierungen und Romantisierungen sind natürlich vorprogrammiert. (Die Untermalung mit Jahresendzeitstimmungsbildern ist natürlich relevant!)

Fangen wir an mit '2018 in einem Wort': voll. Voll gepackt mit Anstrengungen, Glücksmomenten, voller Zweifeln und voller Erfolg. Voll mit Krankheiten, voll mit Gesundheiten (Hatschiii). Wahnsinnig schönem Wetter und einem nicht enden wollendem Sommer. Einigen großartigen Reisen und ein paar Meilensteinen: einem Master und einem ("wirklich richtigen!") Job. Mein Vater freute sich jedenfalls "hast du es kurz vor 30 doch noch geschafft!". Ja, was soll ich sagen? Auf den letzten Metern Abgrund noch mal Vollgas gegeben (so wie man im Master Kulturwissenschaften eben 'Vollgas' geben kann). Dieser geistige, körperliche und psychische Rundum-Einsatz hatte zur Folge, dass 2018 im Gegensatz zu 2017 wirklich kein bisschen langweilig. Also immerhin!

'Meine Lieblingsorte 2018':
Die ersten Monate des neuen Jahres verbrachte ich hauptsächlich an einem Ort: der niegelnagel neuen Uni-Bib. Noch vor allen anderen vielen anderen Menschen konnte ich den schiffsartigen Koloss mit Modern-Art-Galerie Charakter stundenlang 'erforschen'. Ich fuhr nicht nur Bücher durch alle öffentlichen und geheimen Stockwerke und gab ihnen ein neues Zuhause, nein, ich wurde am Ende zum Bib-Vorzeige-Gesicht durch einen spontanen Dreh vom Hessischen Rundfunk. Mit einem Satz und ein paar seltsamen Moves wurde ich quasi über Nacht berühmt (haha). Naja, jedenfalls 5 Sekunden Fame oder so. 
Die andere Hälfte meiner Zeit saß ich an einem Platz im ersten Stock rechts vor dem Baum und schrieb. Über Menstruation. Meine Masterarbeit.
Meine anderen Lieblingsorte waren im nicht endenden Sommer der Lahnsteg und das Lahnwehr im Südviertels Marburgs, wo ich stundenlang rum lag und mir Gedanken über meine Zukunft machte, hin und wieder ins Wasser sprang und sogar einen leichten Teint bekam.
Den ganzen Sommer war ich ansonsten auch ein großer Fan unserer Wohnung. Flutlicht olé! Da uns dieses Fluchtlicht im Winter aber als Wärmequelle ausreichte, zogen wir etwas überstürzt aus dem Bunker in den AKW. Dort gibt es endlich Wärme im Winter (aber keinen Atomstorm!) und bald auch viel Platz. Erstmal haben wir uns aber im Downsizing erprobt und es uns auf 15 Quatratzimmer bequem gemacht. C und ich waren ausserdem zum ersten Mal beide gleichzeitig krank, die Virenanzahl verteilt auf die Quadratmeterzahl war also gigantisch. Ansonsten haben wir wieder ein bisschen wildromantisches WG-Feeling abbekommen und geniessen dazu die Stille mit Alpenfeeling. Alles traumhaft sollte man meinen.

Ebenfalls ein Hightlight 2018: die Sperrung der Erlenringbrücke in Marburg!
Albträume und Träume 2018: dieses Jahr hatte ich sowohl intensivere Alb- als auch normal-gute Träume, wenn ich das mal so im Kopf überschlage. Die meisten Ängste rührten und rühren vermutlich aus dem Feld der Arbeits- und Versagens-Angst, welche dieses Jahr vermutlich besonders stark ausgeprägt war. Nicht groß verwunderlich, weil es (gefühlt) so viel zu Versagen und Arbeiten gab. Vergleiche mit anderen Menschen haben die Sache noch nie verbessert, wurden aber immer wieder gerne von mir als Mittel der Qual genutzt. Besonders gut funktioniert das übrings wenn man irgendwelche alten Bekannten oder Klassenkameraden stalkt und sich dann eine perfekte Welt ausmalt. Nur so als kleiner Tipp. Auch schön scheisse fühlt man sich, wenn man Menschen trifft, die viel jünger, viel schöner und viel weiter gekommen sind als man selbst. Und davon gibt es bekanntlich zahlreiche, wenn man erstmal mit dem Suchen anfängt. Trotz meiner ausgeprägten Selbstzweifel habe ich ziemlich schnell einen Job gefunden, was nicht heisst das sich die Zweifel damit erledigt hätten. Im Gegenteil: manchmal fühle ich mich so hilflos und klein wie nie zu vor. Und das mit fast 30. Komisch, wenn ich dann an mein jugendliches Ich denke, das dachte 'mit 30 hast du deinen Shit auf jeden Fall zusammen, trägst jeden Tag Highheels und bist auf jeden Fall reich' (oh man!). Ein vielzitiertes Zitat das ich dieses Jahr wieder ausgepackt habe und an dieser Stelle gut passt "nobody said it would be easy, no one ever said it would be this hard" (opa coldplay).
Einen Traum den ich mir (ungeachtet das es ein Traum sein könnte) erfüllt habe, war meine Wanderschaft zwischen Master und Job, meine selbstkreeiertes Übergangsritual. 260 km durch Portugal und Spanien, zu Fuß. Definitiv ein Highlight, auch weil ich noch nie so wenig über den Sinn des oder meines Lebens nachgedacht habe: erfrischend.
Dass ich meine Masterarbeit über Menstruation geforscht und geschrieben habe, war ebenfalls kein Traum von mir, hat aber am Ende ganz gut funktioniert. Der Körper und Gender Themen-Komplex hat mich also noch nicht losgelassen und fängt immer wieder ein bisschen Feuer.
triste Komposition mit Hoffnungsschimmer
Mein neuer Job hat (interesanterweise?) mit alldem wenig zu tun. Er strengt mich an und fordert mich auf ungeahnte weise. Bürokratie trifft Netzwerk und zeugt zusammen ein Projekt. Das mit einigen Ambivalenzen und schwierigen Bedingungen inflitriert ist. Aber ich versuche mich im Glauben, dass alles irgendwie seinen Platz findet und übe mich auf dem Weg darin, weniger Vollgas zu geben und kleine Etappensiege zu feiern. 

Reisen 2018: holländisches Silvester, mallorquinischer Frühling, Krakow im Juni und Schweden im August, den Abschluss machte der portugisischer Jakobsweg im September/ Oktober und ein paar Tage Auszeit im Renterort zwischen den Jahren. Das Jahr war voller schöner, intensiver und überraschender Reisen. Ich hätte zum Beispiel nicht gedacht, dass ich irgendwann mal wieder mit meinen Eltern verreise. Und das es erstaunlich entspannt werden sollte. Und so kalt! Krakow hat mir wieder Lust auf Reisen und sich treiben lassen gemacht und Schweden gezeigt, dass ich doch die südlichen Gefilde und Meer bevorzuge. Aber das ist ja auch okay.

(Non-) Entdeckungen und Erkenntnisse 2018: Ich habe Jonglieren gelernt! Diesen Erfolg hätte ich fast vergessen zu erwähnen. Einen schönen Köpper habe ich leider nicht geschafft. Mit Haarseife bin ich auch nicht warm geworden. Dafür hatte ich ein paar andere Erkenntnisse, zum Beispiel, dass die Welt nicht von meiner Arbeit abhängt oder untergeht (die Bib allerdings schon. Ich sage nur Jahrhundertflut!). Auch, dass Pendeln eine Herrausforderung darstellt, besonders wenn man auf öffentliche Verkehrsmittel und Fahrräder angewiesen ist. Dazu die Schlagwörter: Virenschleuder, Hustkonzert und Oberleitungsstörung (natürlich!). Mit einem E-Bike unter dem Arsch sähe die Sache vielleicht etwas bequemer, allerdings nicht viel weniger nervig aus.

Weniger Müll wäre schön!
2018 begann mit Regenwetter in Holland und einem gerade erholten Grippekörper und endet mit einem (hoffentlich bis dahin) erholten Grippekörper bei Regenwetter (recht wahrscheinlich!) in der Eifel. Also irgendwie doch rund.

Meine Pläne für kommendes Jahr: endlich doch noch einen gestählten Körper mit einprogrammierter Viren-Abwehr bekommen, äh kaufen? Keine Ahnung, jedenfalls stählern! Vielleicht doch mal mehr schreiben? Vielleicht doch entspannter werden? Die typisch idiotischen Vorsätze also. Ansonsten habe ich noch andere absurde Wünsche zum Beispiel polnisch lernen oder endlich mal einen leckeren Kuchen backen. Oder natürlich besagtes E-Bike, als Möglichkeit mal mit so richtig PS Gaß zu geben (haha). Und wenn es nur für den AKW-Hügel gut sein wird! Als Altervorsorge und PlanXY steht auch immer noch ein Traum-Tiny-House auf meiner Wunschliste. Natürlich mit integrierter Regendusche und rießen Badewanne!
Natürlich wünsche ich mir immer noch eine bessere Welt, weniger Krieg und mehr Verständnis für alle! Aber ich bin auch dankbar, für das, was ich habe und das, was ich seien kann. Jedenfalls versuche ich das (auch wenn es mir nicht immer geklingt). Danke an alle Menschen, die täglich dazu beitragen, dass die Welt in der ich lebe so herzlich und bunt ist! 

Samstag, 10. März 2018

Vollpfosten




Ich-sein ist anstrengend. Genauso anstrengend wie es vermutlich für alle anderen auch ist sie selbst zu sein. Genau so, nur anders eben. Und mit vertauschten Köpfen wäre die Sache auch nicht getan, denke ich und laufe mit meinem eigenen Kopf fast gegen eine Laternenstange. In der einen Hand meine getrockneten, ungeschwefelten Mangos in der anderen Hand einen spitzen und rauen Stein der in meiner Tasche liegt. Wenn ich nervös bin kralle ich mich gerne daran fest, so lange bis meine Hand ein wenig taub wird. Dann wird es unangenehm und ich ziehe meine Hand wieder aus der Jackentasche und schüttele sie ein bisschen, so als wäre da irgendwas Ekliges dran, was sich so abschütteln ließe. Ihr wisst was ich meine. Während ich also fast gegen die Laternenstange laufe, 100g beste Fairtrade-Ware in mich stopfe als gäbe es kein Morgen und mich gleichzeitig versuche mit einem lächerlichen Stein zu beruhigen, spüre ich diese Anstrengung und denke, 'ja in meinem Kopf ist es echt anstrengend'. Ja, so anstrengend, dass ich vielleicht hin und wieder absichtlich gegen Laternenstangen laufen sollte. Da mir direkt der tröstliche Gedanke kommt, dass es wahrscheinlich allen Menschen so geht, löst sich plötzlich der Vorgang und ich sehe einen Film wo alle Menschen ständig gegen Laternenstangen laufen und dabei denken 'bestimmt geht es allen so'. Da ich heute noch mit keinem Mensch gesprochen habe spüre ich den Impuls jemanden anzurempeln und mich zu informieren ob mein Kopfkino der Realität entsprechen könnte. 'Entschuldigung, möchten sie gerade auch gegen eine Laterne laufen?' 'ja?' 'dann tun wir es doch zusammen, sie von rechts, ich von links' und zack lägen wir beide mit voller Dröhnung auf dem Gehweg und niemand würde sich daran stören, weil es ja alle verstehen würden. Stattdessen passiert, was passieren musste und meine Hand wird taub und eklig. Eine Hintergrundmusik erklingt. 'shake it like a polaroid picuture'.



Zuhause lasse ich mein Leben Revue passieren, zumindest ein Teil davon. Deshalb kann ich auch sonst nichts machen und liege wie erstarrt auf dem Bett. Für andere könnte es so wirken als würde ich mich offenen Augen schlafen, tatsächlich arbeite ich härter als jemals zuvor. Das ist eher als Halbwahrheit zu verstehen, auch wenn alle wissen, dass ich das Wort Wahrheit entsprechend realitätsfremd einordnen würde. Aber wo war ich? Genau liegend auf dem Bett, da ist so als würden hundert Filme gleichzeitig abgespielt und so, als würde man andauernd von a nach b zappen und den Channel wechseln. Hin und her, vorwärts, rückwärts und wieder von vorne. Unfassbar wie lebendig alles sein kann, wenn der Körper gar nichts tut. Während mein Geist rennt, schlafen meine Körperteile. Das ist ein komisches Gefühl, aber es ist auch so als würde man sich wahrlos durchs Netz klicken, man kann einfach nicht aufhören. Am liebsten würde ich die wichtigsten Momente aufmalen oder abzeichnen um ihnen Fassung zu geben, aber was sind schon die wichtigsten? Und schon ploppt neben den hunderttausend Filmen ein kleines Ranking auf das im Sekundentakt wild vor sich hinblickt. Die Filme versuchen sich anzupassen aber scheinen sich auch nicht so richtig unterordnen zu wollen. Also tauchen hin und wieder Warnsignale in Form von konsistenten Bildern auf. Sie klingeln in meinem Kopf wie Rauchmelder.



Dann versuche ich es erneut, stelle mich auf die Matte und versuche wieder eins zu werden. Das ist kein leichtes Unterfangen wenn ich das Gefühl habe ich bestehe aus tausend verschiedenen Puzzle-Teilen die zum Teil von einem falschen Puzzlespiel kommen und nur aus versehen in dieser Körper-Box gelandet sind. Das Video trägt den Namen 'Self-Love' und noch bevor ich im herabschauenden Hund weiter vor mich hin existiere, sehe ich wie 10 Millionen Viewer gleichzeitig 'Self-Love' praktizieren und damit eine riesige Welle auslösen. Weil sie nicht zu Arbeit gehen steht alles still, weil alle im herabschauenden Hund sind und nur nach ihren Füßen gucken und sonst nichts. Kein Krieg, kein Gebrüll, selbst Babys und Kleinkinder, alle machen mit oder schauen zumindest irritierend aber zufrieden zu. Auf den Straßen kein Auto, keine Verschmutzung, weil alle gerade mit Selbstliebe beschäftigt sind. Kurzer Weltfrieden. Doch dann bricht der Hauptserver zusammen, die Liveübertragungen hängen und alle kollabieren langsam im Hund. 'Wie lange noch?' höre ich es schon von nebenan brüllen und irgendwo kommt auch ein verzweifeltes 'ich kann nicht mehr'. Irgendwann schon bald gibt der/die Erste auf und andere ziehen mit. Jeder einzelne Kopf ist voller Blut, jede Gesichtsfarbe irgendwie ungesund. Auch ich habe keinen Bock mehr, rolle mich erst ein, dann wieder auf, stehe kurz und lege mich dann wieder aufs Bett, drücke Play. Diesmal ein echter Film. Weil es auf Dauer auch gar nicht anders zu ertragen ist. 

Mensch-sein ist anstrengend. Das haben wir alle gemein. Doch die Ventile für Übermüdungs- und Abnutzungserscheinungen variieren, so dass am Ende doch niemand Niemand versteht. Oder wie Sophie Hunger fragen würde 'Niemand, was, was willst Du?'. Mein Ventil für zirkuläres Kopfkreisen und Körperauflösung begründet sich hier drin, im Aufschreiben, im Beschreiben von phantasierten Welten und realen Umständen, die sich zusammen mischen wie Kaffee mit Milch. Ein unterstätztes Spektakel (der Kaffee-Milch-Prozess).

Montag, 21. August 2017

How to get lost ...in your head!

Aufpassen und durchatmen, denn Achtung: übertriebenes Grumpy Cat in the house! 



Ich spiele mit dem Feuer, während mein linker Fuß aufgeregt zuckt. Ich spüre schon ein Brennen, aber aufhören will ich auch nicht. Wieso sollte Selbstzerstörung nicht ein genussvoller Zeitvertreib sein? Warum sollte ich – kurz vorm Verglühen – einfach aufhören? Ich rauche eine Zigarette um mich vom langsam überrollenden Schmerz abzulenken, aber nichts könnte das Nichts betäuben. Versunken in alten Kisten und Kammern meiner Seele suche ich nach Antworten auf die ich keine Fragen habe, suche ich nach Sinn und vor allem nach Halt. Als würde man so was im Staub finden! Mein Kopf rattert und scannt Erlebnis für Erlebnis wie Barcodes ab. Immer wieder ploppen Fenster auf und ich merke, dass mein Adblock bereits aufgegeben hat. Ich werde voll gespamt und kann nichts anderes tun, als mich voll und ganz drauf ein zu lassen. Irgendwann werde ich unter einem riesigen Berg Müll aufwachen und auch nicht mehr wissen. Dieser Müll ist nicht mal sortiert, er stinkt und erinnert mich daran wie wichtig Umweltschutz ist. Aber was ist schon wichtig, wenn jeder Zeit alles explodieren könnte? Und ich spreche jetzt nicht nur von dem Chaos und Wirrwarr in meinem Kopf, von den viel zu warmen und den viel zu kalten Tagen, vom Gefühl überrannt und übermannt zu werden. Nein, ich spreche jetzt von realitätsnahen Szenarios.

1. Ich schreibe hundertausend Wörter leeren Inhalt, beherrsche zwar inzwischen ein bisschen Kommasetzung, aber das war's dann auch schon. Meine hundemüden Finger tippen monotone Gedanken in Worddokumente, die alle paar Minuten abstürzen, während die "Life sucks" Playlist nicht mal mehr laden will. 

2. Wenn ich Glück habe und bald Seitenweise produzierte und abermals reproduzierte Inhalte gespeichert, ausgedruckt und eingereicht habe, steht meinem Abenteuer Masterabschluss nicht mehr viel im Wege. Außer der Masterarbeit ansich natürlich. Dieses - bisher unangetaste Werk - wird niemals das wiederspiegeln was ich Jahrelang gemacht habe (was ich alles an gefährlichem Halbwissen angehäuft habe!) Nein, es wird nicht mal wiederspiegeln was ich das letzte Jahr gemacht habe! Dafür müsste ich viel eher mein Tagebuch publizieren, was allerdings ebenfalls lückenhaft und wahrscheinlich eine ebenso bekloppte Idee wäre. Aber, ich wäre endlich fertig

3. Zack, ich wäre fertig und hey, das Leben läge mir natürlich zu Füßen. Mir würde nicht mehr viel bleiben, als darauf rum zu tanzen, zu trampeln und hier und da ein bisschen ein bisschen zu hüpfen. Natürlich, ich würde erst einmal ne ordentliche Post-Master-Krise entwickeln, so wie sich das gehört. Und dann doch lieber noch ein bisschen eingeschrieben bleiben, denn was ich mit Soziologie, Kulturwissenschaft und all dem anderen Kram  - außerhalb von gefährlichen Diskussionen - anfangen soll, konnte mir bisher noch niemand erklären. Aber, ich könnte endlich, endlich mal Bestseller-Autorin werden. Denn hey, davon wurde ich ja bisher - pausenlos - abgehalten. 

4. Bisher habe ich mir nur meinen dramatischen Mikrokosmos angesehen und all das wirkliche Leid völlig ausgeblendet. Denn worüber man sich sonst noch so aufregen oder wirklich Gedanken machen kann ist offensichtlich. Offensichtlich leben wir in einer sich selbstzerstörenden Welt, wie passend. Alle erzählen dir zwar immer, du sollst du dich auf das Positive konzentrieren und dein Hirn anstrengen damit DU DEIN LEBEN wenigstens ein bisschen schön gestaltest, aber eigentlich heißt das auch zu vergessen wieviel Scheiße um dich herum passiert. Und eigentlich meint das auch, dass du dich permanent ändern sollst und eigentlich bedeutet das auch, dass jede und jeder seines Glückes Schmied ist. Im Umkehrschluss: Du bist selbst Schuld, wenn dir nicht das Glück aus dem Arsch strahlt. Denn mit ein bisschen mehr positiven Afirmationen, kreativen Mind-Sets, ein bisschen Charken-Öffnung und Glauben wäre die Welt ein wunderbarer Ort. Zumindest für dich. Klar, in die Falle tappe ich auch andauernd. Aber gesellschaftliche Partizipation und Weltveränderung passiert so logischerweise auch nicht

5. Und ich tappe in die Falle. Konzentriere mich wieder nur auf mein Kopfkino, dass nichts mit all dem zu tun hat. Und sich dennoch im Kosmos verliert wie ein kleiner Funke, der vom loderenden Feuer weg springt. Durch das Aufschreiben zerstört sich die Selbstverstörung und die Müllberge werden langsam den Standards entsprechend sortiert und recycelt

Der linke Fuß zappelt nicht mehr und ist inzwischen wieder taub geworden, von der Zigarette ist nur noch die Glut ürbig geblieben, kein Schmerz, kein Feuer. Versunken liege ich zwischen riesigen Bergen Büchern, Post-its und kaltem Kaffee und stelle fest, dass ich noch immer auf einen Bildschirm voll Nichts starre





Donnerstag, 15. Juni 2017

Zur allgemeinen (Wohnungs-)Lage:

Nein, ich korrigiere: Plage. 
Die allgemein hingenommen und gleichzeitig allgemein verabscheut wird. Und meine persönliche (höchst dramatische!) Story dazu. 

Ich stehe in einem Kellerloch, das nach Kellerloch riecht und frage, wie es denn so mit Schimmel sei. Kein Problem, bekomme ich als Antwort. So lange man nur alle Möbel einen halben Meter von der Wand abrücken würde. Ich betrachte argwöhnisch den Raum und stelle fest: alle Möbel befinden sich eigentlich in der Mitte des Zimmers. So lange man nur genug heizen und genug lüften würde. Man gewöhnt sich ja immer schnell an Alles, sage ich nüchtern und betrachte den Schlauch an Wohnung. Immerhin gibt es eine Küche, immerhin passt ins Schlafzimmer ein Bett. Immerhin. Alles keine Selbstverständlichkeit, alles schon gesehen. Ich erzähle dem im Grunde recht netten Typ von der Wohnung mit Schlafzimmer, in der kein Bett der Welt gepasst hat. Wir schimpfen eine Weile über die allgemeine Wohnungsplage. Dann verabschiede ich mich und trete – durch eine doppelte Pressspantür - aus dem Kellerloch in den tatsächlichen Fahrradkeller. Ich stolpere die Treppe hoch und atme erst einmal durch.

Nach fünf Wohnungsbesichtigungen fühle ich mich als bräuchte ich erst einmal eine Woche Spa-Urlaub und Asthmaspray. Bisher hatte ich wohl einfach immer ziemliches Glück gehabt und schnell ein WG-Zimmer gefunden. Klar, ich bezahle gerade auch nicht gerade wenig für meine schicken zwei Zimmer in meiner 150qm Altbau-WG. Klar, ich bin verwöhnt, in jeder Hinsicht. Und dennoch sehe ich nicht ein, in eine Zweizimmer-Schimmelbude zu ziehen! Und das für 700€ Warm.

Wohnungsbesichtigung Nummer neun, ich bin fünf Minuten zu früh, die Wohnung ist wieder Paterre. Ein ganz schlechtes Omen. Das „zweite Zimmer“ welches ich soeben betreten habe, ist in Wirklichkeit eine kleine dunkle Küche. Kann man ja so oder so verstehen, gibt der Vermieter mir ein wenig kleinlaut zu verstehen. Im anderen Zimmer gibt es nicht mal ein Fenster. Kein Keller, kein Balkon, kein Garten, kein Bad mit Fenster. Ich sage freundlich, dass ich mich besprechen und dann wieder melden werde. Ich schätze jedoch mein leicht säuerliches Gesicht hat bereits allen Beteiligten klar gemacht, dass ich lieber zu meinen Eltern in den Garten ziehe, als in diese fensterlose Miniaturbude. Dennoch lasse ich mich breit schlagen, mir auch noch nen Ort für die Waschmaschinen zu zeigen. Eigentlich das Beste an der ganzen Wohnung! Denn so sehe ich wenigstens noch nen wahrscheinlich mehrere Jahrhundert alten Gewölbekeller. Interessant ist es schon, murmele ich, während der Vermieter mich leicht ungläubig an sieht.

Nach zehn Wohnungsbesichtungen bin ich nur noch frustriert. Bisher haben wir nur zwei Wohnungen überhaupt zugesagt und warten seit dem im Hold-Modus auf Resonanz der Vermieter. Insgeheim haben wir beide Wohnungen schon komplett eingerichtet, wieder ausgeräumt und umgestaltet. Theoretisch habe ich bereits den jeweils passenden Tisch bei Ebay Kleinanzeigen gekauft, praktisch habe ich jede Nacht von der Plage geträumt. Inzwischen halte ich alles für verhextes Schicksal und entweder für ein großes, sehr ungerechtes Unglück, für eine Bestrafung oder für schlechtes Karma. Natürlich ist das völlig überzogen und angesichts der Weltlage völlig unangebracht, aber so ist es nun mal. Ich verzweifle aus folgenden Gründen: der Tatsache, dass ich andauernd mit meiner Zukunft und den dazugehörigen sehr realen Ängsten konfrontiert bin. Dass ich andauernd beweisen muss, warum ich die Richtige für diese bescheuerte Wohnung sein soll. Was die „richtige“ Wohnung für mich ist. Wie ich mich präsentieren muss, um die „richtige“ Wohnung zu bekommen. Wann ich was wie weglassen und was ich wie wann erwähnen sollte. Was für Rechte und welche Pflichten ich habe wenn ich einziehen darf. Die ganze Abhängigkeitsscheisse eben. Wie viele Kompromisse ertragbar und wie viel Raum nötig ist. Wie viel Platz ausreicht. Dazu kommt, dass nicht nur ich entscheide, sondern wir. Wir sind ganz neu in diesem Metier. Aber, wir sind ja stark. Donnerstag um halb neun flattert dann ein Mietvertrag rein.  Einfach so, zack, hängt er als Attachment in der Mail. Ganz ohne Vorwarnung, ganz ohne Schnickschnack. Im Kopf waren wir längst wieder raus, wo anders, in Gedanken, bei Alternativen und im ständigen Such-Rausch.Nach zerissenen Gefühlen, ambivalenzen Tendenzen, einer Pro- und Kontra-Liste (ich hätte Niemals gedacht wie spießig ich geworden bin) und ein paar Pseudobesichtigungen haben wir zugesagt. Ohne das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben, aber mit dem Gefühl, keine Energie mehr für die Suche nach dem "Richtigen“ aufbringen zu können. Uns dem Wohnungsmarkt zu opfern, wie alle anderen auch. Im Rahmen der Möglichkeiten und so, dass unsere Ansprüche einer zentralen Wohnung erfüllt sind. Wenn also alles gut geht, haben wir also bald eine kleine gemeinsame Wohnung. Zwei Zimmer, Küche, Bad und ein kleiner Balkon. Genauso wie AnnenMayKantereit und ich es mir gewünscht hatten. Nur eben kein Altbau, nur eben Plattenbau. Grau und hässlich- jedenfalls von Außen betrachtet. Wir werden es liebevoll ‚die graue Platte’ nennen. Und wie gesagt, man gewöhnt sich ja an alles sehr schnell.
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Happy End der Story und (fast so) grün: unser 5qm2 Balkonien!
Eigentlich wollte ich den Eintrag längst posten, hab es aber vergessen, verdrängt oder mich vielleicht nicht getraut. Drei Monate später kann ich sagen: Die graue Platte (die ich nie mehr als solche - sondern höchstens als Bettonklotz oder Bunker - bezeichne) und ich sind gute Freunde geworden. Um uns herum ist inzwischen ein tropischer Regenwald gewachsen, auf dem Balkon luken die Tomaten inzwischen über die Ballustrade und Fangen (im Kreis!) kann man auch ganz wunderbar spielen.

Freitag, 23. Oktober 2015

How not to get lost in Marseille!


Marseille fühlt sich im ersten Moment so französisch an wie Bockwurst. Dann stellt sie sich als wunderbare Hafenstadt vor, die multikulturell, künstlerisch und großstädtisch ist, aber auch still und erholsam sein kann. Zum Beispiel wenn man in einer einsamen Fischerbucht mit Blick auf die laute und - für französische Verhältnisse -dreckige Stadt schaut und immer noch in Marseille ist, wenn man einen der vielen grünen Aussichtspunkte erklimmt oder Ausflüge in die Umgebung wagt. Marseille erinnert an viele andere Städte und wandelte sich von einer Gangsta-Ville zu einem (noch relativ unbekannten) Urlaubsort mit Seifengeruch in den U-Bahn-Stationen. Meine Eindrücke und Lieblingsorte habe ich hier als kleinen Reiseguide zusammengefasst. 

Auf dem Weg vom Bahnhof zur Ferienwohnung kommt es mir so vor, als hätte ich einen Abstecher in ein arabisches Land gemacht. Auf den kleinen Gassen sitzen Männer, zwischen Handy-Läden, Schneidereien und Imbissbuden, trinken Tee und starren auf unsere kurzen Röckchen und tiefe Ausschnitten. Das Viertel Belsunce (unterhalb des Bahnhofs Saint Charles bis zum Hafen und der Einkaufsmeile La Canabiére) ist lebendig, aber auch relativ Frauen-frei. Von der perfekten Verschleierung in pink über massenweise importierte Birkenstocks zu günstigen kleinen Läden, die von Obst bis Fotoautomaten alles haben und anbieten (aber manchmal weit über das Haltbarkeitsdatum hinaus). La Canabiére ist eine überfüllte Einkaufsmeile mit wenig Charme und austauschbaren Läden, an der man sich allerdings gut verorten und orientieren kann. Während es östlich der Rue de Rome viele kleine afrikanische Geschäfte gibt, sind die westlichen Seitenstraßen der Canabiére eher kommerzieller Mainstream. Süd-östlich der Canabiére am Marché de Noailles findet man ein buntes  - möglicherweise zerquetschendes - Marktleben


Am Vieux Port (alter Hafen) bekommt man frischen Fisch und gute Fotomotive und kann  von dort aus wunderbar über den Quai du Port die Ober- und Altstadt erkunden. Für mich ist Le Panié(nördlich, oberhalb des alten Hafens) eine perfekte Mischung aus Granada und Lissabon, zu dem ein Hauch seifig-französischer Flair gemischt wurde. Durch die kleinen Gassen auf und ab zu wandern, die kleinen teils skurrilen und künstlerischen Läden abzuklappern und sich irgendwo einen Café zu genehmigen, sollte ein jedermanns/ jederfraus Tagesplan sein, wenn es einen nach Marseille verschlägt. Wunderbar Ausruhen kann man sich zum Beispiel auch am Fuße des Le Panier, im "Cup of tea" (Salon de thé -Librairie- Café) in der Rue Caisserie 1. Im Vieille Charité (in der Rue de la Charité), einem ehemaligen Hospiz, befindet sich heute ein interessantes Museum und Kulturzentrum mit wechselnden Ausstellungen. Davor befindet sich einer der potentiellen Ausruh-Kaffee-Plätze. 

Im Szene- und Ausgehviertel Cours Julien (zwischen der Metro Noailles und dem Notre Dame du Mont), das früher eher zum düsteren Gangsta-Marseille gehörte, kann man in einem der zahlreichen Cafés oder Bars wunderbar (und relativ günstig!) den Abend ausklingen lassen, den Kakerlaken im Sommer mein erschrecken der Sitznachbarn oder bei einem spontanen Konzert zusehen. Vorsicht sei vor allem bei Vollmond geboten, wenn Druffis und Suffis aufeinander fallen. Ansonsten hatte ich in Marseille weniger Angst vor Mensch und Gewalt, sondern eher vor riesigen Monster-Ratten die mit Einbruch der Dunkelheit (im Hochsommer) die Stadt vereinnahmten. In diesem Sinne: watch your steps!

Wenn man genug Zeit hat, sollte man auf alle Fälle einen Ausflug zu den Inseln Les îles direkt vor der Bucht vor Marseille machen. Während die kleinste der Insel hauptsächlich aus der Burgruine Château d'If besteht, kann man auf der Zwillingsinsel îles du Frioul kleine Wanderungen zu wunderbaren Calanques (kleine Buchten) machen und im türkisen und unglaublich klaren Wasser der Calanque de Saint Estéve baden. Die karge und fast unbewohnte Natur der Insel  könnte außerdem prima als Filmkulisse für Western, Aktion -Blockbuster oder griechischen Dramen fungieren. Boote nach Frioul fahren ca. alle halbe Stunde vom alten Hafen (südliche Seite) ab.

Weitere Marseille-Hightlights und Erholungsorte findet man unterhalb der Kernstadt in den Fischerorten Les Goudes oder Callelongue. Von Les Goudes kann man außerdem bis zur südlichsten Spitze Cap Croisette von Marseille laufen (30min) und hat dort eine großartige Sicht aufs Meer und weitere kleine Inseln. Für Wanderungen in abgelegenen Calanques sollte man (im Sommer) immer erst überprüfen ob diese auf Grund der hohen Waldbrandgefahr in der Gegend überhaupt begehbar sind. Dafür ruft man am Besten eine (auch englisch sprachige) Hotline am Abend (ab 19 Uhr) vor dem Ausflug an, auch die Touristeninformation hat die Infos für eine mögliche Sperrung erst am Vorabend. Zu den Orten gelangt man am Schnellsten mit Bussen (Nummer 19 nach Madrague) ab dem Verkehrsknotenpunkt Rond-Point du Prado (der auch eine große U-Bahn Station hat), die auch zum großen Stadtstrand Plage du Prado fahren. An der Endhaltestelle von La Madrague steht dann ein weiterer Bus (No. 20) bereit, der einen über eine kurvige Straße über Les Goudes bis nach Callelogne bringt. 
Auch ein langer Strandspaziergang am Plage du Prado entlang bis zum Pointe Rouge (immer Richtung Süden) eignet sich als nette Abwechslung zum innerstädtischen Leben. Vom (im Sommer teilweise übervollen) Strand bietet sich ein toller Blick auf die genannten Les îles und man hat zahlreiche Möglichkeiten mal eben ins klare Wasser zu hüpfen
Wenn man länger als zwei Tage in Marseille verbringt, sollte man sich am Anfang direkt in eins der vielen Fotoautomaten (z.B. in Belsunce) setzen, kurz lächeln und dann in eine der Schlangen in den U-Bahn-Stationen stellen. Dort bekommt man für unschlagbare 13€ für eine Woche lang eine Metro- und Bus-Karte, die in der kompletten Marseille-Region (bis zu den abgelegenen Fischerorten) gültig ist. 


Vielleicht zum Abschluss noch ein paar Worte zu meinem Lieblingsthema Essen. In Frankreich ist (gut!) Essengehen teuer (20€ pro Gericht aufwärts), so dass man sich überlegen sollte, vielleicht lieber eine Übernachtungsmöglichkeit mit Küche zu nehmen. So kann man die Abende mit ausschweifenden Kochaktionen zelebrieren und hat am Ende des Urlaubs immer noch ein paar Kröten für frische Croissants und ein noch warmes Baguette am Morgen übrig. Oder shoppt ein paar Seifen (Marseille ist DIE Seifen-Stadt schlecht hin) und bringt jedem, der es verdient hat eine Flasche Pastis (Marseille ist DIE Anis-Schnapps-Stadt) mit. In diesem Sinne: fröhliches Betrinken…. äh Abenteuer! 


Donnerstag, 25. September 2014

Hambosch-(High)Lights







(High)-Lights findet man jede Menge, wenn man sich nach seinem Feierabendkuchen plus Kaffe, spontan zu einem Feierabendspaziergang entschließt, ziemlich blind in eine Richtung tappt und sich fünf Kilometer durch die Stadt tragen lässt. Am Ende eines Freitags sitzt man dann völlig erschöpft aber auch ziemlich glücklich in der U-Bahn, freut sich auf einen verdienten Feierabend-Cidre und einen Tag ausschlafen. Dinge die man in in einer temporär existierenden Arbeitswelt noch mal ganz neu zu schätzen lernt. 






Samstag, 30. August 2014

How to get lost in Hamburg on a Sonntagsausflug.


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Der Sonntagsausflug beginnt natürlich - so wie alle guten Sonntagsausflüge - mit einem Spiegelei im Bett! Danach zieht man sich gemächlich festes Schuhwerk an und zieht ein paar Stunden um die Häuser. Das Motto dabei: wie ein schönes Stück Strandgut mit den Wellen treiben lassen. Dabei erlebt man nicht nur Allerlei kurioses, schönes und unwirkliches, sondern man lernt natürlich auch die Stadt - fernab von Deichland und Flutsammelstellen - kennen. Mein Fall von Sonntachsspaziergang führte mich zunächst von Schanze über St. Pauli zu den Landungsbrücken, von dort aus übers portugiesische Viertel zum Jungfernstieg, back zum Hauptbahnhof.











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Sonntage eigen sich natürlich auch super zum Schmunsten. Kunst geht zwar und eigentlich immer - aber besonders dann, wenn einfach alle die was auf sich halten ein Museum der Extraklasse aufsuchen, mit ihren intellektuellen, irgendwie sorgvollen Mienen die zeitgenössischen Werke betrachten und dabei ein "ahh, interessant" zu ihrem Kunst-Buddy hauchen. Ihre Absätze klacken nirgendwo so schön wie auf glatten Museumsboden und auch ihre Augenbrauen sehnen sich bestimmt wieder nach einem gekonnt inszenierten auf und ab wippen. Dieses Spektakel lässt sich vor allem um die Mittagszeit vor Kaffe und Kuchen und nach einem kleinen Sonntags-Süppchen vollziehen. Geeignet sind dafür beispielsweise die Hamburger Deichtorhallen oder das MKG. 








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Der einzige Nachteil an Sonntagsausflügen ist, dass - anders als diese Fotos es möglicherweise vortäuschen - keine Geschäfte aufhaben. Zumindest die allermeisten nicht. Spontan-Shoppen wird somit zu einer illusionären Traumvorstellung. Stattdessen kann man aber Läden oder Dinge die man sich irgendwann kaufen will fotografieren. Das ist viel billiger und außerdem noch besonders Umwelt schonend. Und Sonntagsfreundlich!  Das Ganze Geld das sich so in einer Woche - was sage ich: am Ende eines Monats - ansammelt und was man nicht ausgegeben bekommt, kann man immer noch am Besten in den Sonntags-Kaffe-und-Kuchen investieren. Den besten Himbeerkuchen der Woche zum Beispiel (Café May) oder den leckersten Cappuccino Hamburgs (Schanze, Deathpresso). 







Fröhlichsten Sonntach! Over and Out.