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Freitag, 24. April 2015

Kisten voller Handlungsalternativen









„Wir sprechen hier von Kisten voller neuer Optionen. Voller Potential! Wir stellen sie auf, greifen in jede Mal rein und schauen was so passiert!“ Spätestens dann hätte man sagen sollen „Ha, sie sind ja verrückt!“ oder „nein danke, ich bleibe bei meinen alten Brötchen“. Naja, stattdessen wurde man vermutlich nie darüber aufgeklärt was passiert, wenn man ein freier Mensch ist. Nicht das ein Mensch tatsächlich jemals komplett frei sein könnte, aber ich meine hier solche, die zumindest so tun können. Man wurde hinausgeschickt und nicht mal gewarnt. „Seien sie vorsichtig Sie Mensch voller Möglichkeiten, Umkehrschlüssen und Zweifeln!“. Nein, es wurde gesagt „Seien sie jederzeit bereit!“ oder „Greifen Sie nach den Sternen!“. Also greifen wir, einen nach dem anderen. Betrachten Ihn und halten ihn dann für Austauschenswert oder zumindest für nicht strahlend genug. Es liegt nicht (nur) an unserer Versnobt- oder Borniertheit  es liegt (auch) daran, dass wir einfach neugierig sind. Wirft man unseren Großeltern (oder Eltern) möglicherweise vor besonders starrsinning und festgefahren zu sein, so sind wir multiflexibel. Immer auf der Spur nach einer ganz heißen Fährte. Es geht nicht (nur) darum glücklich zu sein (was wir natürlich um jeden Preis wollen), es geht darum, geschmeckt zu haben, zu wissen worum es geht. Bei möglichst vielem. „Zählen Sie uns ihre Stärken und Schwächen auf!“ werden wir standardmäßig in Vorstellungsgesprächen und Assessment Centern gefragt. Wer diese Frage nicht nur wahrheitsgemäß, sonder auch glänzend beantworten will, muss einiges ausprobiert haben. Wer so eine Frage erst gar nicht beantworten will, muss erst recht vieles ausprobieren. Vor uns liegt ein Meer an Faden und Seilen, an denen wir ziehen könnten. Dabei fühlt es sich an, als würden die Fäden viel eher an uns ziehen. "Folgen Sie mir!" oder "Hier entlang!". Klar, es gibt Ruheinseln, es gibt Pausen und Momente in denen wir nicht im Dunkeln tappen. Es gibt kleine Erkenntnisse und Bewältigungsgipfel jeglicher Größe. Es gibt uns Halt, dass wir wissen, irgendwann finden wir uns am Ende doch damit ab, dass wir so oder so verrecken werden. So lange wir uns bewegen, so lange wir nur möglichst viele Kisten geöffnet haben. Überraschungseffekte versuchen wir dabei so lange zu ignorieren bis wir uns der momentanen Ausgangslage stellen müssen. Dabei haben wir immer im Kopf, dass Handlungen bewusst entschieden und nicht von Überraschungseffekten aus dem Ruder geworfen werden sollten. Ambivalenzen also in jeder Hinsicht. Ich starre auf die Kiste die vor meinen Füßen steht. Sie ist groß, enthält allerlei Kleinigkeiten, Unordnung und Chaos und ich wünsche mir nichts lieber als sie zu ordnen. "Du starrst schon seit Unendlichkeiten da rein" spricht mir eine warme Stimme direkt hinter mir. "ja, ich versuche es zu ertragen" stelle ich nüchtern fest. Das irritierte Schulternzucken verletzt mich kurz, dann halte greife ich kurzerhand nach dem Monstrum und stelle es auf die Straße, direkt vor meiner Haustür. "Kiste voller Potential zu Verschenken!" schreibe ich drauf. Soll sich doch jemand anders den Kopf darüber zerbrechen.(Zumindest für heute.) 

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Topic of the week.
Die dazu so schön passenden instagrammten Kisten sind wiederum ein - je nach Spaß & Objekt - Langzeitprojekt. Pick one! 


Donnerstag, 25. September 2014

Hambosch-(High)Lights







(High)-Lights findet man jede Menge, wenn man sich nach seinem Feierabendkuchen plus Kaffe, spontan zu einem Feierabendspaziergang entschließt, ziemlich blind in eine Richtung tappt und sich fünf Kilometer durch die Stadt tragen lässt. Am Ende eines Freitags sitzt man dann völlig erschöpft aber auch ziemlich glücklich in der U-Bahn, freut sich auf einen verdienten Feierabend-Cidre und einen Tag ausschlafen. Dinge die man in in einer temporär existierenden Arbeitswelt noch mal ganz neu zu schätzen lernt. 






Samstag, 30. August 2014

How to get lost in Hamburg on a Sonntagsausflug.


(1) 

Der Sonntagsausflug beginnt natürlich - so wie alle guten Sonntagsausflüge - mit einem Spiegelei im Bett! Danach zieht man sich gemächlich festes Schuhwerk an und zieht ein paar Stunden um die Häuser. Das Motto dabei: wie ein schönes Stück Strandgut mit den Wellen treiben lassen. Dabei erlebt man nicht nur Allerlei kurioses, schönes und unwirkliches, sondern man lernt natürlich auch die Stadt - fernab von Deichland und Flutsammelstellen - kennen. Mein Fall von Sonntachsspaziergang führte mich zunächst von Schanze über St. Pauli zu den Landungsbrücken, von dort aus übers portugiesische Viertel zum Jungfernstieg, back zum Hauptbahnhof.











(2) 

Sonntage eigen sich natürlich auch super zum Schmunsten. Kunst geht zwar und eigentlich immer - aber besonders dann, wenn einfach alle die was auf sich halten ein Museum der Extraklasse aufsuchen, mit ihren intellektuellen, irgendwie sorgvollen Mienen die zeitgenössischen Werke betrachten und dabei ein "ahh, interessant" zu ihrem Kunst-Buddy hauchen. Ihre Absätze klacken nirgendwo so schön wie auf glatten Museumsboden und auch ihre Augenbrauen sehnen sich bestimmt wieder nach einem gekonnt inszenierten auf und ab wippen. Dieses Spektakel lässt sich vor allem um die Mittagszeit vor Kaffe und Kuchen und nach einem kleinen Sonntags-Süppchen vollziehen. Geeignet sind dafür beispielsweise die Hamburger Deichtorhallen oder das MKG. 








(3) 

Der einzige Nachteil an Sonntagsausflügen ist, dass - anders als diese Fotos es möglicherweise vortäuschen - keine Geschäfte aufhaben. Zumindest die allermeisten nicht. Spontan-Shoppen wird somit zu einer illusionären Traumvorstellung. Stattdessen kann man aber Läden oder Dinge die man sich irgendwann kaufen will fotografieren. Das ist viel billiger und außerdem noch besonders Umwelt schonend. Und Sonntagsfreundlich!  Das Ganze Geld das sich so in einer Woche - was sage ich: am Ende eines Monats - ansammelt und was man nicht ausgegeben bekommt, kann man immer noch am Besten in den Sonntags-Kaffe-und-Kuchen investieren. Den besten Himbeerkuchen der Woche zum Beispiel (Café May) oder den leckersten Cappuccino Hamburgs (Schanze, Deathpresso). 







Fröhlichsten Sonntach! Over and Out. 

Montag, 25. August 2014

How to get lost… in Hamburg!




Teil 1

Moin, Moin, melde ich mich gewohnt verknautscht und mit mindestens drei neuen Stirnfalten aus Hamburch. Die Großstadt hat mich sozusagen mit all ihren schlängelnden Armen, Stresspickeln und Fettanlagerungen verschluckt. Sowie den Radfahrer, der heute morgen fast von meinem Bus überfahren wurde. Es war ein haarscharfes Vergnügen und bestätigt nur wieder meinen Verdacht, dass die meisten Gefahren im Leben auf dem Hin- oder Rückweg passieren. Manchmal sogar auf Zwischenwegen! Im Ernst, ich hatte schon so manche Nahtoderfahrungen auf zu engen Bussitzungen, schaukelnden Zügen und dampfenden Schiffen. Und Flugzeuge. Und Autos. Nicht zu vergessen die Fahrräder. Meistens war irgendwo ein Abgrund involviert, manchmal auch Kotze. Als ich mit diesem Gedanken after-work die S-Bahn betrat, blitzten und zündelten die Bahnschienen im Takt zum Nieselregen. Ich dachte erst ich träume, weil sowieso alles etwas verschwommen und unwirklich war, dann hielt ich es für Nebenwirkungen von seltsamen Wettereinfällen und zu viel Bildschirm-Arbeit. Nach acht Stunden Arbeit sehe ich wirklich kleine Vierecke und weiße Punkte. Im Nachhinein klar, eine Selbsterfüllende Prophezeiung. Erst als mir ein Mitfahrer einen spontanen, aber ebenfalls sehr beruhigten Blick zu warf und verwirrt gegen eine Zimmerpalme lief, merkte ich, dass ich mich in der Tat in einem faradayschen Käfig befand. Oder eben in Lebensgefahr, was ich zu diesem Zeitpunkt nicht ausschließen konnte. Was aber sonst kaum jemanden zu interessieren schien. Die Menschen sahen aneinander nicht an und tippen eifrig in ihre mobilen Wundergeräte, während ein kleines Mädchen im Prinzessinnenkleid verzweifelt versuchte durch einen Lab-Dance an der Festhaltestange Aufmerksamkeit zu bekommen. Außer ein paar böser Blicke war da nicht viel. Dann wurde ihr noch ein Bonbon verweigert. In dieser Zeit wurden meine Kopfschmerzen immer wacher und mein Magen immer flauer. Vielleicht lag es auch am Lab-Dance. Ich versuchte mich damit abzulenken, dass ich heimlich Whattsapp Nachrichten anderer Menschen lass, aber das führte - wer hätte es gedacht - eher zum gegenteiligen Effekt.  Ich versuchte nicht über das pinke Kleid des inzwischen sowieso schon enttäuschten Mädchen zu speien. Der Wagen hielt endlich. Weiß-grünlich-verpickelt schielte ich zunächst aus der sich öffnenden Tür heraus und konnte keine erneuten Anzeichen von blitzenden Schienen erkennen. Schwankend trat ich aus dem Käfig heraus, schleppte meinen sackartigen-verspannten Bürokörper die Treppen an der kaputten Rolltreppe vorbei ins Freie. Kühler Wind und Nieselregen empfang mich, dann fuhren direkt vor mir zwei Autos ineinander. Peng! Meine Stirnfalten kräuselten sich verdächtig. 


Teil 2 

Schon ganz richtig, die fröhlich insagramten Fotos sehen irgendwie nicht nach der Großstadt aus, die einen verschlucken könnte. Aber es handelt sich hierbei in der Tat um die verwirrt ausgelagerte und zweitgrößte Stadt Deutschlands. Hamburg als Sinnbild des einsamen Deichlands so zusagen. Ganz wunderbar um darin zu versumpfen. Sozusagen. 

Der Bus der an der Flutsammelstelle hält und mit der man zur nächsten blitzenden S-Bahn fährt, ist jedenfalls mindestens genauso abenteuerlich wie St. Pauli und die Schanze zusammen. Eignet sich aber eher nicht als Sonntagsausflug. Wegen störrischen Rentern, übereifrigen Radfahren und der Möglichkeit auf einem Gurkenfeld zu nächtigen. How to get lost on a Sonntagsausflug asap.


Montag, 9. Juni 2014

Death and more of his friends...




Wenn Lebensmittel sterben und gleichzeitig zu neuem Leben erwachen…. 

Dienstag, 27. Mai 2014

Death and all of his friends…






all you need (besides some dead or dying things) is some good inspiration.

Dienstag, 22. April 2014

How to get lost in the Pott!



















Wat fällt einem zum Pott ein und wie geht man da nicht verloren? 

Ist eigentlich ganz einfach, denn inzwischen kennt man ja quasi an jeder Ecke einen frisch Zugezogenen. Den kann man fragen (denn Zugezogene kennen sich immer Bestens aus!), oder man orientiert sich einfach nach den schnellsten Routen des Navis (wenn es nicht plötzlich abstürzt, der Akku leer ist oder man angeblich auf irgendwelchen Feldern unterwegs ist!)... lässt sich quasi blind durch den Pott-Dschungel führen. Das hat den Vorteil, dass man noch weniger verloren geht, aber auch den Nachteil, dass man die Schönheit des Zufalls (und der Verirrung) ganz außer Acht lässt. Auch die Strecke von Marbosch bis Dortmund kann ich inzwischen im Schlaf fahren - natürlich auch ohne Führerschein. Ansonsten ist Dortmund nicht mit Marbosch zu vergleichen, denn dort gibt es sowohl fette, als auch hässliche Menschen! Die Überlegung liegt also ziemlich Nahe: der Pott ist ein bisschen wie Gießen. Nur größer, mit mehr Fussballfans und mit vielen Gießens drum herum. Jeder kennt jeden, selbst die Gießener selbst scheinen dort vertreten. In Dortmund gibt es zudem einen Hafen, ein Schöneberg-Verschnitt-Viertel, dass ich als Snobbi natürlich super finde und viele kleine Läden in denen es aussieht, als hätte man jede Menge alte Handys und Computer auf einen Haufen geworfen und mit Kabeln garniert. Bochum hingegen glänzt mit Luftballon-Läden und wunderschönen Edekas. Im Pott lassen sich außerdem vergleichsweise viele Kackhaufen-Aufklebern finden. Und dann gibt es da natürlich noch die frisch gebackenen Pötter (das Wort hab ich gerade erfunden!?), ohne die das Leben in der fettfreien Blase Marburgs nur halb so schön ist.