Sonntag, 8. Juli 2012

Das Schweigen der Postmoderne




Unsere Antwort auf die Moderne, die eigentlich schon längst überholt sein sollte, ist ein langes bedeutungsloses Schweigen, zwischen all dem Bedeutungsvollen. Zwischen all dem bedeutungsvollen Scheiß, fällt man damit auf. Unsere Antwort ist nicht nur komplette Überforderung, sondern auch eine Anti-Reaktion. Nichts machen als Protestform so zusagen. Wir stellen uns regungslos und hoffen dass etwas nicht passiert, oder dass etwas passiert ohne dass es bedeutungsvoll sein muss. Wir hoffen darauf dass möglicherweise ein Stern vom Himmel fällt ohne dass es jemand merkt, wir hoffen auf ein Dasein ohne Anwesenheitspflicht, auf ein Genießen ohne davon zu schwätzen, davon zu träumen ein rießiges Himbeereis zu essen. Solange wir dazu nicht fähig sind beschweren wir uns. Über die Schwierigkeiten von fehlenden Generationssprüngen, über fehlende Entscheidungsfreudigkeit sowie Himbeereis. Wir wollen alles, wir wollen es sofort, aber stattdessen überfällt uns am Ende die ewige Müdigkeit und wir stellen uns schnell wieder völlig regungslos. Nichts könnte in Zeiten wie diesen gefährlicher sein als mit Willen Thesen um sich zu werfen und die Mutlosigkeit beim Namen zu nennen. Nichts fürchten wir mehr als Stagnation und Starre. Dabei sind wir starr, dabei sind wir unfähig uns fortzubewegen. Stattdessen reden wir lieber über dass zwischenzeitliche Entfliehen der aktuellen Lage in Form von den wildesten Selbstfindungs- und Roadtrips, spontanen Weltumrundungen und Ausflügen ins Blaue. Wir haben zwar nie Geld, aber wenn dann wird es zum Fliehen benutzt, zum abhauen und blau machen, also so richtig, da kommt man mit Lahn und Radler halt einfach nicht weit. Wenn wir in der Ferne sind, sind wir nicht irgendwie viel geiler als sowieso sondern nutzen auch den einzigen echten Vorteil der Postmoderne, nämlich das völlig legitime überall sein. Die Luft scheint nicht nur leichter zu atmen sondern auch viel vergnüglicher zu sein. Selbst der Asphalt scheint viel weniger hart und sowieso muss schließlich dem Wettbewerb gerecht werden. Das Bedeutet nicht nur Reise-Blogs schreiben und Fotos uploaden, sondern viel mehr das ausführliche Berichten von allem. Dass Ziel ist am Ende ist, dass nicht nur alle anderen vor Neid erblassen, sondern mitmachen und so den postmodernen Reisewettbewerb ankurbeln. Hoch hinaus, hoch und weit. So lange, so viel wies geht. So wie alles was mit Post anfängt und Modern aufhört, so wie alles was uns völlig fasziniert und doch irgendwie auch zu quälen scheint. Wie Mülltrennung, wie Findungskrisen. Wir reden darüber, aber am Ende hängen wir irgendwie in der Luft, lächeln versonnen und sind gleichzeitig auch ziemlich deprimiert.  Starren auf die Strand-, Berg-, Stadt- und Unterwasserbilder und sehnen uns ganz weit weg. Niemand scheint in der Lage eine Antwort zu finden die wirklich etwas bedeuten könnte. Deshalb das lange Schweigen, deshalb keine Antwort als Antwort. 


- völlig postmodern also, postmodern-kritische Blog-Posts in Überflüsse. 

Montag, 4. Juni 2012

Fun/c/king hipsters



Da in unsern recht intellektuellen Uni-Kreisen nicht nur wild über das Phänomen der Postmoderne debattiert und spekuliert wird, sondern eben auch über das des Hipsters, hier ein kurzer (aber allumfassender, bedeutungsvoller) Diskurs.

Falls du ein wahrer Hipster sein willst, erstens Streite dieses Phänomen erst einmal ab. Verweise bei deiner Jute-Beutel-Produktion auf den tieferen Sinn (am besten kommt immer eine Kritik als Kritik) und dann auf die kostbare Zeit die du dafür geopfert hast (in Wirklichkeit aber, bist du gar nicht wirklich in Produktion sondern hast ein Sparabo bei Urban Outfitters - 10 Beutel = 500 Euro - läuft!). Bei deinen Neon Färbenden T-shirts sieht es da ähnlich aus, denn mit viel Liebe und Mühe hast du sie gekürzt und in die Fransen ein paar Indianer Perlen gehängt (in Wirklichkeit... Bla Bla 10 Bauchfreie Neon T-shirts mit echten Indianerperlen 10 Stück = 1000 € läuft!). Die Jeansjacke ist aber wirklich vom Flohmarkt (ist sie nicht!) und auch die eckigen Ringe an deinen Fingern sind von einem Underground Designer aus Berlin (sind sie echt!). Alles andere ist Natur, oder zumindest ein Produkt deiner Fantasie die irgendwie mit Natur assoziiert wurde. Während du Club Mate trinkst (und behauptet du trinkst das schon bevor sie mit dem Biomade-Scheiss angefangen haben!) sinnierst du über das Leben in Form von Postings auf deinem Blog (Facebook ist halt auch fast wieder Neunziger) - in Form von geblitzten, unscharfen Partybildern. Mühsam eingescannt und extra noch ein paar Krümel vom Frühstücksbrötchen drüber verteilt. An deinen Wänden hängen Geweihe und Bilder von geblitzten Geweihen und verschreckten echten Rehen im Wald. Dazwischen besonders verrückte Sachen, wie eingerahmte Einkaufszettel und Post-it’s mit noch verrückteren Sprüchen deiner Kollegen. Zum Beispiel: Funk you. Das Ganze hat natürlich, unbestreitbar, einen tieferen Sinn, genau wie Brillen ohne Stärke, Uhren die vor einem halben Jahrhundert stehen geblieben sind, Nagellack der abblättert und Schuhe in denen man nicht laufen kann. Überall zieren schlaue Sprüche den Hipster, man könnte meinen, dies sei die Antwort auf all seine Sprachlosigkeit (vermutlich nicht!). Man könnte denken, ein stillheimlicher Protest gegen Perfektion und Glanz (leider nein), man könnte meinen nirgendwo wird so viel in so wenig reinkonsumiert; möglichst schlecht aussehen, möglichst schlau denken (könnte man meinen). „Look poor, think rich.“ sagte (hätte es dieses Phänomen damals schon gegeben) Andy , Hipster-Himself, Warhol (der nebenbei bemerkt auch nicht gerade das Sinnbild eines armen Schluckers abgab!). Eignet sich hervorragend für einen Jutebeutel, finde ich und verweise inzwischen schon pinselt auf den wirklich ganz tiefen Sinn dahinter. In diesem Sinne: Funk out! 


Mittwoch, 30. Mai 2012

I know places we can go.


Das Leben schreit. Wir sind jung und laufen auf Schuhen mit enormen Absätzen durch die Gegend. Nur damit wir ihr gefallen könnten. Kneifen uns in die Wagen, ringen nach möglichst schlau wirkenden Wörtern, die den Anschein machen könnten, in Erinnerung zu bleiben. Jeden Morgen stehen wir mit dem gleichen Ziel auf; dem Leben gerecht werden zu können... aber machen wir uns mal nichts vor.

Das Leben schreit, wir aber bleiben stumm. Statt Gerechtigkeit produzieren wir Ungleichgewicht, statt produzieren, stagnieren. Wir knicken um, fallen hart auf die Fresse und auch die vermeintlich schlauen Wörter, sehen im Vergleich zum übertriebenen Rouge auf unseren Gesichter blass aus. Wir stehen jeden Morgen auf, aber das war dann auch. Wir lassen andere Entscheidungen treffen. Treffen uns lieber auf ein vermeintlich eiskaltes Lahnradler. Wir radeln, aber wir treten nicht in die Pedale. Wir lassen uns lieber rollen, sanft den Hügel hinab. Am Ende wird uns schon jemand abfangen und wenn es auch nur ein hartnäckig spitzer Jägerzaun ist.

Das Leben schreit. Wir schreien. So laut wie wir können, so hysterisch wie nur möglich. Wir schreien nach Halt und nach Haltung, nach Formen und Inhalt, wir schreien so lange bis wir ganz heißer sind. Schreien um die Wette, solange bis uns jemand hört. Wir hören nicht auf, wir strampeln, werfen mit Dingen. Dinge werden nach uns geworfen, treffen uns hart. Vieles geht kaputt, vieles ist zertrümmert. Unsere Füße bluten, die enormen Absätze haben Spuren mit sich gebracht.

Das Leben schreit. Wir hören nur den Hall. So als wäre etwas Vergangenes irgendwie irgendwo hängen geblieben und nur dazu da uns zu erschrecken. Wir schrecken kurz auf, wir ringen nach Worten die uns im Hals stecken bleiben. Wir stecken fest, fest wie zementiert, wie unwiderrufbar. Wir rufen, wir strecken uns Hände in die Höhe. Wir wollen gesehen werden, auf unseren Schuhen so hoch wie nur geht. Gehen, drehen uns, stellen uns zur Schau. Schauen was passiert... nicht viel.
Das Leben schreit. 

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Akustik-Versionen, diese Dame und ich = Big Love! 

Montag, 21. Mai 2012

Blog Party!



"Don’t believe the Hype".
Vergiss mal was wir sagten, vergiss wie wir die Worte zu einem Konstrukt aus Märchen formten und uns schöne Augen machten. Vergiss einmal die Tatsache, dass wir glücklich waren und vor allem vergiss den Hype. Den Hype um all die Hipster und Gangster. All die Jutebeutel und bedrucken Tshirts. Die Rapper, die Indies, die ganze Scheiße. Den Hype um Kony und den Hype um Anti-Kony. Vergiss dass wir Kinder des Konsums sind und gleichzeitig deren größten Kritiker. Vergiss Kafka, vergiss Goethe, aber vor allem vergiss den Hype der sie umgibt. Vergiss die Zeit, die nicht zu stoppen ist, die nicht zu halten ist und vergiss das Netz der Möglichkeiten. Vergiss dass du immer erreichbar bist, vergiss auch dass du eigentlich ganz nice findest. Vergiss Facebook, zumindest für ein paar Stunden. Vergiss all die Fotos auf denen du heiß aussiehst und vergiss erstrecht die, auf denen du eine mega schlimme Fratze ziehst. Vergiss die ersparten Blamagen und die noch kommenden Fails deines Lebens. Vergiss die Worte die du dir sonst merkst wie Vokabeln von denen du denkst du könntest jeden Moment abgefragt werden. Vergiss deine Lieblingsserien, vergiss die ganzen Songs die dir im Kopf herum spuken. Vergiss die blauen Flecke, vergiss deinen brummenden Schädel und deine kalten Füße. Vergiss es, dass du Dinge festhalten kannst, vergiss es einfach. Vergiss den Hype und lass Los!

(vergiss das nicht.) 


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Heute ist absoluter Post-Day (hurray). 

ein paar krümel auf den heißen stein



Die Welt ist zum Scheitern verurteilt, das Schlechte siegt immer am Ende und wir beide haben dabei auch nicht mehr viel zu Lachen. Sitzen auf dem Fußboden und zählen Krümel. Es sind in der Tat viele und für jeden einzelnen Krümel fällt uns spontan eine Schlechtigkeit ein. Wir können nichts Gutes daran finden dass wir hier beide versumpfen und nicht mal mehr genug Wein haben um wenigstens unser eigenes Elend weg zu spülen. Auch Kippen sind alle, niemand hat Koks dabei, wir beschließen, dass wir eventuell selbst welches herstellen könnten, dummerweise wissen wir nur nicht wie. Das Leben will uns eben Böses, nicht mal Koks sei uns irgendwie gegönnt. Halten uns in den Händen und was wir halten ist nicht viel mehr als ein großer Krümel. Wir halten es aus, aber nur schwer. Schwer ist alles was auf unseren Schultern lastet, schwer sind auch die Fragen auf die wir keinen Antworten finden. Wir finden nichts, aber wir kommen ja auch nicht einmal zum Suchen. Ich gieße den Rotwein in meine Kehle und weiß dass ich morgen mit schönster Migräne erwachen werde, aber manchmal ist das Voraussehbare nicht aufzuhalten. Manchmal sind Dinge nicht veränder-, nicht haltbar genug, also wird hingenommen. Wir geben und geben aber zurück bekommen wir Nichts. Sieht man mal von diesen lächerlichen Krümeln ab, die wir eventuell versuchen später auf dem Flohmarkt zu verkaufen. Nichts wird bleiben außer ein paar Scheinen Lächerlichkeit, nichts außer ein Haufen dramatischer Krümel. So wie wir, Nichtig und Unnütz. So wie alles was wir auf die Beine stellten und das ist, in Anbetracht der Tatsachen nicht viel mehr als krümelig. Uns ist schlecht und wir kotzen der Reihe nach einmal über den Teppich. Die Sache mit den verkauften Krümeln hätte sich somit erledigt und auch ansonsten scheint alles gelaufen zu sein. Die Welt betrügt nicht nur jeden der mit macht, sondern bittet darum, sich gegenseitig auszubeuten. Solange, bis eben keine Beute mehr da ist. Dann geht es nur noch um das nackte Überleben und jeder der ein bisschen Grips im Hirn hat weiß, lange wird das nicht gut gehen. So wie alles was nicht Niet und Nagelfest ist, so wie wir. Wir werden als erstes drauf gehen. Nach einiger Zeit wird sich niemand mehr erinnern, nach einigen Tagen wird man uns vergessen haben. Vielleicht wird man den Kopf schütteln und wartet auf ein bisschen Unnütz, ein bisschen Nichtigkeit. Am Ende wird man aber merken, so oder so, dass Schlechte wird siegen, das Böse ist immer und überall. Dann eine Flasche Rotwein kippen und dabei Krümel zählen. Danach fließt nur noch Selbstmitleid. Erst in Rinnsälen, irgendwann in reißenden Flüssen. Schlussendlich wird man nicht an der Schlechtigkeit der Welt, sondern daran verrecken (und das wäre dann doch verdammt bitter).

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krümelige wochen waren's... aber was solls. it comes and goes. und wenn gar nichts hilft, hilft es nur, das Elend beim Namen zu nennen (oder Greys Anatomy). 
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Montag, 7. Mai 2012

Welcome to Postmodernism!



Das Leben in der Postmoderne scheint schlimmer als erwartet. Der Rücken krümmer, die Füße wunder. Die Zeit zum Schlafen kürzer, ein Augenblick zu schade. Wir wundern uns kaum mehr und lachen über Konstanten. Über Momente die länger Dauern als ein paar lächerliche Sekunden. Über Definiertes, über die Verschwendung von Lächerlichem. Ein bisschen lachen wir auch uns aus, denn eine ernsthafte Diskussion über das Scheitern scheint nicht mehr möglich. Ernsthaftigkeit wird genauso verachtet wie grübeln, wie ‚kein Bock mehr’, wie ‚nein, ich ziehe das jetzt nicht durch’. Es geht immer weiter, es wird sich zusammengerissen, pausenlos. Ein Blick zulange, ein Blick auf die gleiche Stelle, den Punkt da hinten im Raum und schon sind die Menschen irritiert. Kurz, aber dann geht alles weiter, formiert sich neu und nennt sich ab jetzt neuer, schneller, schöner, schlanker und aufregender. Aufregung und Zerfall scheint auszufallen. Wir purzeln umher wie zielunfähige-, desinteressierte Astronauten, denen es scheißegal ist, ob sie gerade auf dem Mond oder Mars sind. Wir fühlen uns wie abgetaute Tiefkühltruhen. Sind andauernd falsch verbunden und trotzdem völlig up-to-date. Wir hassen es, wir gieren nach mehr, aber in Wirklichkeit haben wir einfach nur unendlich Schiss. Dass wir am Ende nämlich allein auf dem Mars sitzen und es nicht mal mehr merken. Dass wir keine Zeit hatten mal richtig auszuschlafen und dann erkennen, dass Lächerlichkeit nicht unbedingt schlecht sein muss. Dass Starren erlaubt ist. Dass man Menschen nicht austauschen und umtauschen kann wie eine Klamotte mit Fehlern. Fehler gehören dazu. Gehören akzeptiert. Wir sortieren aus, wir räumen, wir ziehen um, aber am Ende fehlt uns das Entscheidende. Konstanten, Menschen mit denen man ein paar Tage verschenkt. Immer wieder, überall. Mit denen man über die Postmoderne wettern kann. Genau wie über Rückenschmerzen und wunde Füße. Die alles ertragen, auch dann wenn man selbst keinen Bock mehr hat. 

Da ich kürzlich erfahren habe, dass man erntet was man sät, laufe ich ab sofort nur noch munter, heiter und gelassen, mit einem allumfassenden Dauergrinsen durch die Gegend. Jaja, hätte man mir ja auch mal gleich sagen können... 


wäre alles direkt ganz anders gekommen! 
(bla) 

Sonntag, 22. April 2012

Led Zeppelin oder The Doors?

a.)
Die Sonne brennt und wir sitzen irgendwo im hintersten Hinterhof, wo es möglicherweise die schlechteste Pasta Cabonara der Welt gibt. Das und unser Gefühl von einer Brise Freiheit, vermischt mit ein bisschen Bier und viel Rauch um Nichts, passen in das Bild was wir schon seit einigen Tagen abliefern. Wir sind jung und schön und irgendwie völlig verdreht. Entweder liegt die Welt uns zu Füßen, oder sie beschmeisst uns mit Steinen. Dazwischen gibt es nichts, außer vielleicht ein bisschen Augenrollen. Das kann man bekanntlich auch aus weniger dramatischeren Gründen, nämlich auch einfach mal so. Das was man Einfachheit nennt, sehen wir als eines der übelsten Schimpfwörter die ein Wortschatz haben kann und unser Wortschatz ist im übrigen enorm, das was man nur so Dasitzen nennt betreiben wir als eine Art Wettkampfsport. Also sitzen wir nur so da, sind jung und schön und irgendwie nicht nur verdreht, sondern auch ziemlich verwirrt. Irgendwann, als man uns frei lies und in die weite Welt warf, ging irgendetwas schief, denn wir haben den Sinn des Dasitzens möglicherweise völlig falsch verstanden. Wir ruhen hier nicht, wir sitzen Gedanken ab. Wir stellen massig Fragen, manchmal laut und oft in Form eines monströsen Blickes, aber es geht nicht um Antworten, sondern um mögliche Reaktionen und potentielle Regungen. Wir reagieren, zucken zusammen, wir fliegen davon in eine Welt, in der es für den einen Schokolade in allen Farben und Formen regnet, für den anderen endlose Flüsse aus dem perfekten Espresso-Milch-Verhältnis gibt, oder einen monströsen Berg aus Käse, weich und streichbar, eben der Richtige. Es ist ein seltener Moment der Genugtuung wenn wir alle das selbe wollen und zu finden glauben, wenn wir für eine kurzen Moment nicht zweifeln, sondern hinnehmen. Wir sitzen ab und warten. Wo und ob wir etwas finden werden, ist nicht sicher, aber zumindest suchen wir überall, wo es nach mehr aussieht. Nach Möglichkeiten, nach Reaktionauslösern. Nach Abenteuern und Wortketten. Nach Eingängen, nach Aufzügen. Nach Rolltreppen, nach einem Ende. Nach Zügen, nach Verbindungen. Nach Blicken ohne Worte, nach Sprachlosigkeit. Nach einer möglichst angenehmen Sitzgelegenheit, nach Schlaf, nach einem Schokoei, dass nur darauf wartet gegessen zu werden, nach Käse, nach Kaffee, nach Kippen, nach Halt. Wir halten uns. Wir halten uns auf. Die Zeichen der Zeit haben uns Augenringe und komische Flecken beschert, auf unserer Kleidung befinden sich Reste von Kaffee, Käse und Schokoeiern. Wenn wir laufen und ab und zu in den Himmel starren und darauf warten dass er uns mit Steinen bewirft, aber nichts passiert, vergessen wir für einen kurzen Moment wo wir sind und warum man uns hier her geworfen hat. Zu einem Haufen formatiert und unter eine Decke gesteckt. Wir vergessen die Bedeutung von Wörtern und den Drang nach Taten. Wir vergessen, dass wir her kamen um etwas potentiell Verrücktes zu tun, nämlich uns dem Leben zu stellen. Das finden wir irgendwie schwierig, aber auch irgendwie großartig herausfordernd. Wir werden alles tun um möglichst lange zu bleiben und möglichst niemals klein bei zu geben. Auch wenn einem irgendwann Widerworte ausgehen, auch wenn es so aussieht als würde man beim nächsten Windzug zu Staub zerfallen. Aussteigen und Aufgeben, dem kann nur Verachtung geschenkt werden. Wir halten kurz inne, lachen der Sonne entgegen. Wir trotzen der schlechten Pasta. Wir trotzen dem Rest. Dazed and Confused, for so long (but its not true).



b.)
Du schaust mit viel Andacht in die Leere und fragst dich, was einmal passieren wird, wenn die Welt zusammen bricht und du die Letzte bist, die sie retten könnte. Würdest du es tun? Würdest du sie retten können? Wen würdest du retten? Alle? Auch zwei, die sich niemals dazu entschließen könnten, dich zu retten? Sie sitzen da und starren die Wand an, als wäre es ein Meer aus Möglichkeiten. Sie wären niemals in der Lage noch den Überblick zu behalten, wenn es einmal wirklich drauf an käme. Sie würden an Entscheidungslosigkeit und Gleichgültigkeit elend verrecken. Noch bevor alles andere exlodiert und in Millionen Spliter zerspringen würde. Zack! Wann würde erst nur ein Rauschen, dann nichts mehr hören. Weißer Staub, dann Leere. Würdest du a.) oder b.) wählen, würdest du ja sagen, wenn du es meinst? Würdest du eine Chance haben wollen? Hip oder Hop? Ende oder Anfang? Gedankenkreise rattern durch deinen Kopf wie eine Achterbahn, aber alles was du merkst, ist das es hier irgendwo nach Schokolade riecht. Würdest du in einer Welt, die ohne Schokolade existiert noch leben wollen, oder würdest du klein begeben? Du lehnst dich weit aus dem Fenster, denn normalerweise gehörst du zu den Menschen die etwas durchziehen, straight und clean und möglichst ohne blutige Fersen, aber vermutlich würdest du in solch einer Situtaion die Kapitualtion vorziehen. Einfach so, weil es eben dazu gehört. Du beisst in ein dickes Stück Kuvertüre und lächelst, du träumst von einem Leben in dem so was einfach nicht zur Debatte steht. Du träumst von Männern, die nach Schokolade schmecken, von Fett das Schlank macht und von unbegrenzten Fähigkeiten, die vom Mozart ähnlichen Klavier spielen, bis hin zu Weltmeisterschaft im Bogenschießen reichen. Oder Trampolin, oder Hochsprung, alles egal, Hauptsache Enorm. Wenn du durch die Straßen hüpfst, denkst du dir heimlich auch ein Leben als Spitzenpolitikerin oder Superstar. Beim um die Ecke sprinten bleibst du dann hängen und holst dir eine Beule. Die tut zwar weh, aber immerhin weißt du jetzt Bescheid. Du solltest doch lieber Opernsängerin werden. Also singst du dir die Seele aus dem Leib und ein Penner steckt dir vor Glückseligkeit gerührt ein paar Euro und einen alten Schokokeks in die Hand. Solche Tage sind das was du Glück nennst. Sowas ist mehr wert als die Sonne, die dir sonst auch dem Arsch strahlt. Du kennst Menschen, du weißt sie zu handeln. Du weißt wie du sie zum Lächeln bringst, du weißt was sie brauchen um glücklich zu sein. Du schenkst ihnen Zeit, Worte und Essen, immer genau dann wenn sie es brauchen. Du kennst das Leben, du weißt es zu meistern. Es schenkt dir nichts, aber du tust alles dafür das du etwas wiederbekommst. Das es dir gibt was dein Herz höher schlagen lässt. Du strebst nach mehr als nur ein bloßes Leben. Du willst es ausfüllen, auch die Ecken und Kanten, du willst es nicht nur probieren, sondern schmecken. Manchmal, wenn es zu bitter ist, beisst du in ein Stück zartes dunkelbraunes Glück. Manchmal ist es alles was du brauchst. Genau jetzt aber, brauchst du mehr. Jemanden der euphorisch ja sagt und es auch genau so meint. Gerade jetzt brauchst du Zuversicht und Optimismus. Gerade jetzt brauchst du etwas total Verrücktes. Ein betrunkenes Tattoo oder einen Sprung in den Fluss, nackt und ehrlich, eine Auszeichnung im laut Lachen, vielleicht auch nur einen Typen der nach Schokolade schmeckt. Stattdessen zwei Gesichter die müde und mutlos sind. Die unentschlossen mit dem Kopf schütteln, wenn man ihnen sagt sie sollen nicken. Da bleibt nicht viel zu sagen. Außer vielleicht, when the music's over turn off the
light.



Versprechungen sollten keine leeren sein, also sind sie randvoll gepackt mit euphorischen Wörtern. Nun, zumindest kommt das Wort Sonne in jedem Text vor! 

Je nach Belieben. A.) oder B.) - Led Zeppelin oder Doors? Ich tendiere ja zu einem mindestens genauso enthusiatischen "both!" We want the world, and we want it...NOW!