Donnerstag, 19. November 2020

NEWS incoming: Neuer Blog, neues Glück?!

https://struktursuppe.blogspot.com

Es wurde mal Zeit für eine (zumindest visuelle) Veränderung und einen neuen Namen, aber ganz aufhören will und kann ich auch nicht. Also gehts vom Kopfkino eine Etage hoch, zur Struktursuppe. 

Montag, 28. September 2020

verschleiert

(Kurze Zug-Schreib-Maßnahme als Gedanken-Ordnungs-Strategie)


Die Welt besteht aus so vielen Missverständnissen. 
Viele davon verschleiern die Realitäten. 
Zum Beispiel; Unsere Freiheit beruht auf anderer Ausbeutung. 
Oder; Das Recht was hier gilt, beruht auf anderen Ungerechtigkeiten.

Alles kriselt und kreist sich doch in unseren Köpfen ist es neblig. 

Wir denken; wir haben das Recht, es anderen zu verwehren. 
Wir meinen damit; wir sind mehr wert als andere.
Wir haben vergessen, dass alles ein großes Irrtum ist. 
Zufall wo wir herkommen, Zufall wo wir hingehen. 
Wir sagen; wir haben das Richtige und ihr das Falsche. 
Wir dürfen mit dem Finger auf "euch" zeigen und "ihr" schreien. 
Wir dürfen das.

Alle ängsteln, niemand weiß Bescheid. 

Viele trauen sich nicht. 
Viele sehen sich intensiv an.
Viele vergessen sich und werden mit der Zeit unsichtbar.
Viele vergessen die, die unsichtbar geworden sind.  

Menschen gehen nicht mehr als fünf Meter Sichtweite und fürchten sich vor der Ungewissheit auf der vermeintlich anderen Seite. 

Dabei ist die Welt rund und keine Scheibe. 
Dabei ist das Komplizierte viel einfacher, wenn man es mit Abstand betrachtet.

Und am Ende bleibt nicht viel, wenn alles geht. 
Sich alles dreht und einiges verloren geht.
Und wir, wir überleben garantiert nicht.

Freitag, 25. September 2020

Das leise Knistern

 
Du denkst es ist ganz einfach. Klamotten aus und rein. Pellst langsam deine Socken von deinen Füßen, die schon glühen und es nicht länger ertragen Können eingepfercht zu sein. Streifst deine Hose ab, wie ein Gewand nur sperriger, zerrender. Dann deinen Pullover, der das T-shirt direkt mitnimmt und du ein verknotetes Etwas um deinen Hals baumeln hast und dich um ein Haar selbst strangulierst. Dann stehst du immerhin schon mal da. Fast nackt. In Unterwäsche, nicht die glanzvollste, aber immerhin schwarz. Es hätte also schlimmer kommen können. Dann die Brüste befreien. Der Verschluss springt wider Erwarten einfach auf und sie sind frei und nackt, genau so wie es sein sollte. Der Slip zuletzt, schnell und dennoch bleibst du kurz hängen mit dem einen Bein und stolperst fast. Nun hast du es geschafft und stehst da. Ein Fuß berührt das Wasser. Es ist so kalt wie du es in Erinnerung hattest. Auch dein Körper erinnert sich. Arschkalt also. Ein erstes Zögern macht sich breit. Aber du bist ja schon nackt. Du kannst dich nicht schubsen, du kannst es nur durchstehen und musst mental stark sein. Aber du bist verbundbarbar. Fühlst dich wie ein rohes Ei oder wie ein Kind oder wie jemand der Angst hat, der nicht hart und kalt sondern weich und warm ist. Du fühlst dich auch ein wenig verlassen und so als ständest du vor etwas was du nicht ganz einschätzen kannst, aber von dem du vermutest es könnte etwas Großes werden. Du denkst dass alles in Sekunden, aber du frierst und dein Zeh zuckt. Irgendwann stehst du bis zum Bauch drinne und merkst den kritischen Punkt, den du bereits überschritten hast. Trotzdem; Du hattest dir das Alles anderes vorgestellt. Einfacher. Geschmeidiger. Du bist an Land gekrochen. Vor viel zu langer Zeit. Deine Schwimmhäute sind verklebt, dein Atmen ist viel zu kurz geworden. Und du fragst dich jetzt; Wie solllst du das schaffen? Doch du lässt dich ein, fällst und sinkst zugleicht. Spürst wie du leicht wirst und aufgehoben bist. Zwischen dir und dem Boden nichts, also genau wie fliegen, nur anders herum. Deine Arme zappeln und deine Beine strampeln und am Ende tust du das was zu am Besten kannst. Unter dir knistert es ganz leise und du fühlst dich irgendwie Zuhause. Über dir summen die Wellen. Deine Haare stehen zu Berge und deine Flossen fangen langsam wieder an zu wachsen. Und du schwimmst im Meer. 



Donnerstag, 2. April 2020

Überprüfen Sie Ihren Einkauf und gehen Sie zur Kasse

Ein nervöses Zucken in meinem linken Auge. 
Vielleicht liegt es daran, dass ich seit Ewigkeiten in meinen Laptop starre. Ich habe viel in meinen Einkaufswagen gepackt, einiges wieder gelöscht und ein paar neue Sachen hinein gelegt. Eine Joggpants und ein fucking Morgenmantel sind auch dabei. Alte! Vielleicht liegt es aber am Wetter - also das nervöse Augen zucken (Umschwung? helles Licht und kalte Luft? warme dann wieder kalte Luft? zu viel Drinne und zu wenig Draußen? oder einfach zu wenig Abwechslung, oder doch zuviel? oder es ist einfach zu krass alles? ja... am Ende ist eh alles zu krass)? Oder doch Corona? Von Augen zucken stand da eigentlich nichts. Nirgendwo. Nicht mal auf den fraglichen Seiten. Aber wer weiß? Vielleicht ein unentdecktes Symtom? Oder das Symtom der Symptome? Und trauen kann ich am Ende ja eh niemanden, außer mir selbst. Und mir selbst traue ich sowieso schon lange nicht mehr. 
Meine Hände sind auch kalt. Und das schon seit Tagen. Und irgendwie werden sie auch nicht mehr warm. Weil; ist ja Kontaktsperre und wer will da schon freiwillig Hände wärmen. Seit Tagen sitze ich auf meinem blauen Sofa mit dem blauen Meer im Hintergrund und lasse mich jeden Abend pünklich um halb 8 (dann Zeitumstellung: schon halb sieben!) die Planzen ans Gesicht projektieren. Das sieht so schön aus (denke ich), dass ich einige Selfies mache (sieht gar nicht soo schön aus) und dann starre ich wieder in meinen Laptop der in einem perfekten 45 Grad Winkel auf meinen Knien trohnt.
Im Hintergrund läuft abwechselend Dire Strait "Sultans of Swing" und The Zombies "Time of the Season". Extra laut und so dass es mit Sicherheit sehr ungesund ist. Wahrscheinlich habe ich spätestens wenn die Sache vorbei ist einen Hörschaden. "Die Sache" ist wie alles was man nicht mehr beim Namen nennt mysteriös und gefährlich. Also wirklich! Vielleicht ist die Sache aber auch nie nie vorbei und ich habe trotzdem einen Hörschaden. 
Immer wenn "what your name? who's your daddy... is the rich like me?" kommt, singe ich sehr laut mit. Das selbe gilt natürlich für "And Harry doesn't mind, if he doesn't, make the scene" Mehr kann ich nicht, obwohl ich quasi nichts anderes mache. Ich weiß nicht mal um was es in den Songs geht. Und ich werde es auch garantiert nicht nach gucken. 
Und die Sonne geht unter. Und klar, ich habe es schon mit anderen Songs versucht. Aber es geht nicht. Es scheint so, als hätte mein Gehirn noch Platz für diese beiden Stücke vollendeter Musikgeschichte. In den letzten Wochen habe ich so viel Zeit und wenig Erkenntnisse gehabt. Es ist so als würde mein Gehirn auf Stormsparmodus laufen. Auch mit den Wörtern klappt es nur noch so 50/50 und es passiert häufiger, dass ich die falschen Artikel benutze, wenn ich mit meinen Planzen oder mit mir selbst rede. "Ok ihr Lieben, es wird mal wieder Zeit den Planzen zu duschen" und solche Sachen kommen dabei raus. 
Dafür träume ich wild, sehr realistisch und wache jeden Morgen äußert gestresst auf. Es ist so, als hätten sich Tag und Nacht verschoben. In meinen Träumen fahre ich in schwarz lackierten SUVs durch die Straßen, wundere mich mal wieder, dass niemand checkt, dass ich keinen Führerschein habe und treffe mich mit all meinen Freunden und Nicht-Freunden. Ich verreise und verpasse andauernd Züge. Dann wache ich auf und schlafe quasi den ganzen Tag. Außer dass ich eben wach bin. Und andauernd drifte ich ab und befinde mich dann Jahre wo anderes. Zum Beispiel auf Klassenfahrt oder im Club oder am Strand. Und dann bin ich wieder hier und plötzlich ist es schon dunkel und ich habe noch nichts gegessen und bin ganz durstig. 
Manchmal verwechsele ich schon völlig die Uhrzeiten und mache mir Porridge als Abendbrot (WTF?), manchmal haue ich mir auch einen Gin-Tonic zum Frühstück rein (WTF? aber stört ja keinen) und klicke mich dann wieder durch meine ganzen Einkaufswagen.
Gerade liegen darin: eine Gesichtscreme mit Lichtschutzfaktor 50 und eine Menstruationstasse. WTF!! Als ob ich jemals das Haus verlassen werde und mein Körper ist sowieso viel zu gestresst um bluten zu können. Deshalb klicke ich nicht auf "zur Kasse gehen" sondern lösche die Artikel lieber wieder und lege stattdessen einen super soften BH und anthroposophische Augentropfen hinein. You never know. Auf Instagramm empfehlen sie alle Everyday Workouts und lesen jeden Tag fünf Bücher (was sagt das über unsere Gesellschaft aus?). Auf Netflix schauen sie alle Tiger-Dokus, Freud Verschnitt-Serien und "Unorthodox". Ich dagegen habe mit "Breaking Bad" begonnen. Was die Sache nicht besser macht (Natürlich nicht. Natürlich macht gar nichts die Sache besser.)
Mein Handy blinkt und mein Vater gibt mir Youtube Tipps. Außerdem werde ich daran erinnert mehr Wasser zutrinken und endlich das Live-Workout (was jetzt nicht mehr live ist) mit zu machen. Und meine Arbeitskolleginnen rufen an und erinneren mich dass ja morgen Telefonkonferenz ist. 
Stimmt, eigentlich bin ich ja im Home-Office. Aber ist nicht morgen eh Ostern? 
Mein Lieblingsfeiertag, wie traurig.
Der Himmel hat sich jetzt hellrot verfärbt und ich sitze im stockdunklen. Mein Handyakku geht leer und deshalb hört auch "Sultans of Swings" abruppt auf. Ich höre ein leises Fluchen im Nebenzimmer, den Staubsauger eine Etage tiefer und die Nähmaschine nebenan rattern und erinnere mich, während mein Auge nervös und leidenschaflich weiter vor sich hin zuckt; ich bin nicht alleine.


Wahrheit und Fiktion liegen ja bekanntlich nahe beieinander.
Everybody: Freak, but stay strong!

Montag, 13. Januar 2020

Beeing 30

Auch wenn ich dieses - also nein letztes - Jahr kaum Zeit hatte nur zwei Post zu verfassen (Ausrede!), nehme ich mir jetzt die Zeit für einen ordentlichen Jahres-Ab-Riss. Für wen (ich nehme an, außer meinen treusten Leser*innen - meinen Eltern - liest das hier niemand)? Natürlich hauptsächlich für mich und das Universium. Den hier bleibt alles und nichts geht verloren. Oder alles geht verloren und nichts bleibt? Ansichts-Sache. 
Immerhin sind es gerade (als ich den Post schreibe und dann vergesse zu posten...) die "Rauhnächte" (ja, schon wieder so ein Eso-Scheiß, bzw. Neo-Eso-Gehype!) und mir wurde nahegelegt, dass ich mich nun noch mehr mit Selbstreflektion als sowieso schon beschäftigen soll. Rauhnächte = Besinnung = Ego- statt Altruismus. Und dennoch ein schöner Ismus. Denn wo kämen wir ohne die hin?
2019 geht jedenfalls in meine Geschichte ein, als das erste Jahr in dem ich einen "richtigen Job" ausgeübt habe, tatsächlich kaum krank war und ich dreißig wurde. Whaaat?
Jep, nun bin ich also in einem neuen Zeitalter angekommen. In diesem konsumiert man jetzt nur noch Nerven- und Verbentee, plant den Erhalt der Menschheit und sucht im Netz nach dem perfekten Spot zum Niederlassen - oder Knien. Naja schaun wir mal!
Um es vorweg zu nehmen, ich und mein stählender Körper leben nicht in einem Tiny-Haus und backen - polnisch lernend - jeden Tag kuchen! Aber Hey; immerhin habe ich jetzt E-Antrieb (an meinem Klapp-Rad).

Viel zu strampeln (wenn auch mit E-Antrieb)!

Neben viel (neuer und intensiver) Arbeit voller Erfolgs- und Ohnmachtsmomenten, war 2019 auch ein Jahr der Wochenend-Ausflüge und 10000000 Stunden (ein Schätzwert) Zugfahren. Und wirklich voller Scheiß-Schreckensmomente. Und voller Ideen. Ich glaube ich war selten so manisch. Und depri. Also ziemlich bi-polar. Aber das wäre auch wieder völlig manisch. Also eher: normal neurotisch.
(Wobei normal ja auch ein schrecklich Wort ist.)
Kurzum: in diesem Jahr habe ich mich in einem permanenten Struggle zwischen Überforderung und innerem Wachstum gefühlt. Ich habe so viel gelernt und hatte so viele kleine Nervenzusammenbrüche. Auf Dauer also ziemlich anstrengend. Insbesondere weil mir ein Ausgleich dieses Spannungsverhältnis gefehlt hat. Das waren auch die Auswirkungen von 2019: fast alle meiner engen Freunde sind aus der Stadt verschwunden. Und im Grunde sind keine neuen dazu gekommen. Was ich also sonst mit langen Waldspaziergängen oder intensivem Kaffee-trinken mit Deep-Talk und einer guten Freundin ausgleiche, viel plötzlich (fast) weg. Was für mich auch ziemlich schockierend war; selbst kaum Zeit und Energie für Alltagsbegenungen zu haben. Umso schöner, dass ich die Zeit und das Geld (!) hatte, auf diversen Wochend-Ausflügen meine Lieblingsmenschen - in ganz Deutschand verteilt - zu besuchen.

 

10000 Ideen, ohne eine Konsequenz

Mein Kopf hat selten so viel und so schnell arbeiten müssen wie 2019 habe ich das Gefühl, aber vielleicht liegt es auch einfach an dem Fact, dass es langsam anfängt langsamer und angestrengter arbeitet. So viele großartige Ideen ich dieses Jahr hatte, so wenig habe ich davon tatsächlich umgesetzt. Klar, meine Spinnerein sind nicht immer sofort und oder überhaupt umsetzbar und dennoch macht es wenig Spaß, wenn alles immer (generalisiert, natürlich) nur Zukunftsmusik bleibt. Hier wird aber auch meine große Schwäche sichtbar; Ungeduld und meine ständige "I want it all and i want it now" Mentalität, die wirklich krass anstrengend sein kann.

bitte mehr: Flow!

Ganz dem Zeitgeist entsprechend wünsche ich mir für das kommende Jahr nicht nur, dass die Welt noch die Kurve kriegt und einige zur Besinnung kommen, sondern natürlich auch mehr achtsames und gewaltfreies dahin flow'en. 2019 gab es ein paar Momente des Flows, aber grundsätzlich waren diese eher rar. Dennoch habe ich das Gefühl, dass mehr bei mir ankomme, anstatt irgendwas seien zu zu wollen, was ich nicht bin und mich weniger (aber natürlich immer noch) schere was die anderen denken. Ich wünsche mir deshalb dafür  Mut und Verständnis vom Universum und meinen Mitmenschen (haha, sind wir hier bei Wünsch dir was?). Damit meine ich auch: einfach mal Volle Kanne machen und gucken was passiert. Mehr "do things you love", denn "Selbstmanagement" als Ausgleichz zu Welt- und Wachstumsschmerz. Damit impliziere ich aber auch: es wird weiterhin herausfordernd (aber das war ja zu erwarten).

Am Ende bin ich so dankbar, dass ich so viel Zeit/Raum/Ressourcen für Selbstreflektion und Gelaber/ Geschreibe, für rumreisen und rumeiern, streunern und gärtnern, kochen und viel essen, disktutieren, lesen und lamentieren, für Yoga und Siebdruck und all den ganzen Scheiß habe. Dafür lohnt es sich der ganze Aufwand (das Leben) allemal. (amen.)



Dienstag, 20. August 2019

Zwangshandlung

Ich versuche mich im Schreiben als innere Zwangshandlung. Forciert und künstlich erzeugt, im Feierabend-Modus und auf dem Sofa hängend. Ein Bein in der Luft, ein Arm bereits im Halbschlaf. Mein Kopf schwirrend, mein Bauch knurrend. Die Gedanken: erst Essen und dann Yoga oder anders herum oder doch lieber gleich Netflix?
Nein, vorher noch ein Text. Über Migräne und am Liebsten würde ich dazu eine ganze Ausstellung machen: mit Texten, die keinen Sinn ergeben, crazy Räumen, die erst quitsch gelb und aggressiv und dann schwarz und eng sind. Oder gleich ein tiefes Becken zum tauchen. Dazu Bilder von zertrümmerten Dingen, die aber poetisch und gar nicht furchtbar aussehen.


Der Kopf ist ein Instrument, das man nicht immer zu benutzen weiß. Jetzt gerade ist es irgendwas zwischen Buena Vista Social Club und einem Sophie Hunger Song. Leicht und rhythmisch und gleichzeitig so schön wirr und schmerzhaft. Schön ist auch, das Nichts da ist und sich in einem leeren Raum aus glattem Zement hin und her wälzt. Oder tanzt? Es ist bereits ein Wimmern zu spüren, direkt links unterem Auge und es zieht langsam bis in die erste Stirnfalte. Die Abspaltung zwischen Kopf und Körper geschieht langsam und mit diversen Vorzeichen. Ich kenne Sie zu genüge und manchmal habe ich das Gefühl, ich könne sogar den Zeitpunkt kontrollieren, wann es geschehen kann. Es ist so, als würde ich die kontrolliert die Kontrolle abgeben können. 
Vielleicht ist das Quatsch, vielleicht auch eher eine philosophische Frage. 
Aber das Wimmern wird zu einem Hupen. Ja, ein ziemlich lautes Hupen. Zwei Hupen, links hinterm Auge und rechts hinten über der dem Nacken. Vielleicht ist es eine Kommunikation zwischen zwei Nerven. Jedenfalls nervt es ganz schrecklich und ist mehr wie so ein Song der nicht aufhört und gleichzeitig an einer Stelle springt. Man denkt, ok jetzt geht es endlich weiter, aber nein. Wieder von vorne. Hupende Autos im Stau und es ist es stickig. 
Das ist dann der offizielle Anfang. Von nun an reagieren andere, aber nicht ich. Ich liege nur und eine schwarze angenehme Decke aus Schmerz legt sich über meinen Kopf. So als würde man tauchen tut sich eine andere Welt auf, die auch schön, aber nicht sehr lebenswert ist. 
Neue Gänge voller Meer und Tiefe werden aufgewühlt, aber ich bin nicht bereit sie zu gehen. Ich friere, denn unter Wasser friert man eben irgendwann. 
Dann wieder Nichts, außer Zeit die vergeht, wie ein Windhauch von weitem. 
Dann wieder Nichts. 
Dann Nichts und auch die Tiefe geht. Langsam auftauchen. 
Dann auftauchen und in einen Berg voll Watte springen. 
Dann in der Watte liegen. Regunglos.
Der Körper ist darin verpackt und die Musik dudelt nur noch Dumpf. 
Hunger und Kälte. Dann Hitze und immer noch großer Hunger. Am Besten fettig und fleischig. 
Ich habe das Gefühl eine lange und anstrengende Reise gemacht zu haben, an die ich mich aber nicht mehr erinnern kann. Wenn ich aufstehe zieht es von den Füßen bis in den Haaransatz, aber der Hunger überwiegt. Licht ist trotzdem schädlich, also esse ich im Dunkeln und mit Sonnenbrille auf der Nase so viel wie ich nur kann, schaufele und stöhne vor Erleichterung. Dann falle ich zurück in die Watte, die mich auffängt wie es ein Wundermittel nur kann, mich bescheuert und redselig werden lässt, plappernd, kindisch, wirr. 
Mein Kopf ist ein Instrument, das ich nicht immer zu nutzen weiß, das sich manchmal wie verquirltes Leben anfühlt. So unsortiert und abgedreht, dass es hin und wieder einfach überhitzt und die Sicherung springt. Zur Sicherheit, aus komplizierten Gründen. 


Zur akustischen Untermalung: Natürlich das oder das!

Dienstag, 19. Februar 2019

crazy little thing called Feierabend.


Ich warte auf etwas, auf was ich niemals warten wollte. Mein Nacken ist verspannt und eine Handbreite unter meiner linken Schulter wird der Daumengroße Knubbel langsam hart wie Stein.  Meine Finger tippen müde auf dem Stück Plastik vor mir herum. Machen klick, klack, klack. Ich summe dazu ein bisschen, popele in der Nase, gähne. Die einzige Pflanze in diesem Raum ist inzwischen ganz blass geworden. Sie ist nicht mal mehr grün, sondern eher fad. So eine Pflanze, die langsam ihre Farbe verliert, habe ich noch nie gesehen. Ich frage mich, ob sie irgendwann weiß wird, oder ob sie vorher stirbt. Sie ist meine Metapher-Pflanze, ich nenne sie 'Über-Ich'. 

Durch die Tür kommt eine Person. Frida. Sie sagt 'naaa bald so weit?'. Ich sage 'ja bald', lächele sie an, eher fad und stelle mir indes vor, ich würde meine Tagesgespräche codieren. Ich überlege mir kurz einige Kategorien: Abkürzungen, Codes, Zeit, Gemüt. Dann schließe ich die Excel-Tabelle und überlege was als nächstes zu tun ist. Meine To-Do-Liste ist genauso lang wie meine imaginäre Ikea-Einkaufsliste. Und ebenso urgent. Frida kommt wieder. Ich werde aus meinen Gedanken gerissen und schreibe deshalb nur Blödsinn auf meinen Notizzettel. Z.B. Gedanken-reißen. Das passiert mir häufiger. Ich versuche mich auf ein kurzes Gespräch mit diversen Abkürzungen und Codes zum Thema Zeit und Gemüt zu konzentrieren.
'Alles ok?' Ich verziehe den Mund zu einem langen Schlitz und lächele mild. Da ich nicht lügen kann, mache ich stattdessen interpretierbare Grimassen. 'ohje'- Schiefer Blick. 'hast du schon das neue Formular ausgefüllt?' 'welches?' 'na das zur Verhinderung von Spaß am Arbeitsplatz!' Frida lacht laut und ich starre in den PC. Ich rolle ironisch mit den Augen und sage 'ha ha'. Über-ich schaut mich traurig an, Frida geht.

All dieses Potenial das hier rumliegt. In Scheiben und ordentlich sortiert. Ich schreibe auf meinen Merkzettel: positive Einstellungen infiltrieren. Sonst bekomme ich noch den Preis für die grummeligste Person, die hier jemals gearbeitet hat, die ständig flucht und blass wird, wenn sie einen elektrischen Schlag von der Türklinke bekommt. Ich arbeite weiter und hart an mir. Ich sehe, dass der Himmel wieder blau wird. Fülle Formulare aus und schreibe Protokolle und Pressemitteilungen. Ich schreibe bis meine Finger wund werden und mein Po dazu. Dann stehe ich auf, lasse mir einen letzten Schlag geben, schaue bei Frida rein, sage ihr Tschüss, wünsche einen schönen Tag, hebe die Hand für einen letzten Gruß und verlasse mit gesenktem Blick das gläserne Gebäude. Die Frau am Empfang schaut kurz hoch, als ich an ihr vorbei gehe und sagt mit einem strahlenden Lächeln, das ebenso schief in ihrem pausbäckigen Gesicht hängt: 'schönen Feierabend'. Ihre Bluse ist wie der Subtext Alarm-rot.

Samstag, 29. Dezember 2018

2018: let's sum it up!

Lights will guide you! Aber wohin bloß?
Ja, ich wollte schon immer mal einen Jahresrückblick schreiben! Also: here you go, Generalisierungen und Romantisierungen sind natürlich vorprogrammiert. (Die Untermalung mit Jahresendzeitstimmungsbildern ist natürlich relevant!)

Fangen wir an mit '2018 in einem Wort': voll. Voll gepackt mit Anstrengungen, Glücksmomenten, voller Zweifeln und voller Erfolg. Voll mit Krankheiten, voll mit Gesundheiten (Hatschiii). Wahnsinnig schönem Wetter und einem nicht enden wollendem Sommer. Einigen großartigen Reisen und ein paar Meilensteinen: einem Master und einem ("wirklich richtigen!") Job. Mein Vater freute sich jedenfalls "hast du es kurz vor 30 doch noch geschafft!". Ja, was soll ich sagen? Auf den letzten Metern Abgrund noch mal Vollgas gegeben (so wie man im Master Kulturwissenschaften eben 'Vollgas' geben kann). Dieser geistige, körperliche und psychische Rundum-Einsatz hatte zur Folge, dass 2018 im Gegensatz zu 2017 wirklich kein bisschen langweilig. Also immerhin!

'Meine Lieblingsorte 2018':
Die ersten Monate des neuen Jahres verbrachte ich hauptsächlich an einem Ort: der niegelnagel neuen Uni-Bib. Noch vor allen anderen vielen anderen Menschen konnte ich den schiffsartigen Koloss mit Modern-Art-Galerie Charakter stundenlang 'erforschen'. Ich fuhr nicht nur Bücher durch alle öffentlichen und geheimen Stockwerke und gab ihnen ein neues Zuhause, nein, ich wurde am Ende zum Bib-Vorzeige-Gesicht durch einen spontanen Dreh vom Hessischen Rundfunk. Mit einem Satz und ein paar seltsamen Moves wurde ich quasi über Nacht berühmt (haha). Naja, jedenfalls 5 Sekunden Fame oder so. 
Die andere Hälfte meiner Zeit saß ich an einem Platz im ersten Stock rechts vor dem Baum und schrieb. Über Menstruation. Meine Masterarbeit.
Meine anderen Lieblingsorte waren im nicht endenden Sommer der Lahnsteg und das Lahnwehr im Südviertels Marburgs, wo ich stundenlang rum lag und mir Gedanken über meine Zukunft machte, hin und wieder ins Wasser sprang und sogar einen leichten Teint bekam.
Den ganzen Sommer war ich ansonsten auch ein großer Fan unserer Wohnung. Flutlicht olé! Da uns dieses Fluchtlicht im Winter aber als Wärmequelle ausreichte, zogen wir etwas überstürzt aus dem Bunker in den AKW. Dort gibt es endlich Wärme im Winter (aber keinen Atomstorm!) und bald auch viel Platz. Erstmal haben wir uns aber im Downsizing erprobt und es uns auf 15 Quatratzimmer bequem gemacht. C und ich waren ausserdem zum ersten Mal beide gleichzeitig krank, die Virenanzahl verteilt auf die Quadratmeterzahl war also gigantisch. Ansonsten haben wir wieder ein bisschen wildromantisches WG-Feeling abbekommen und geniessen dazu die Stille mit Alpenfeeling. Alles traumhaft sollte man meinen.

Ebenfalls ein Hightlight 2018: die Sperrung der Erlenringbrücke in Marburg!
Albträume und Träume 2018: dieses Jahr hatte ich sowohl intensivere Alb- als auch normal-gute Träume, wenn ich das mal so im Kopf überschlage. Die meisten Ängste rührten und rühren vermutlich aus dem Feld der Arbeits- und Versagens-Angst, welche dieses Jahr vermutlich besonders stark ausgeprägt war. Nicht groß verwunderlich, weil es (gefühlt) so viel zu Versagen und Arbeiten gab. Vergleiche mit anderen Menschen haben die Sache noch nie verbessert, wurden aber immer wieder gerne von mir als Mittel der Qual genutzt. Besonders gut funktioniert das übrings wenn man irgendwelche alten Bekannten oder Klassenkameraden stalkt und sich dann eine perfekte Welt ausmalt. Nur so als kleiner Tipp. Auch schön scheisse fühlt man sich, wenn man Menschen trifft, die viel jünger, viel schöner und viel weiter gekommen sind als man selbst. Und davon gibt es bekanntlich zahlreiche, wenn man erstmal mit dem Suchen anfängt. Trotz meiner ausgeprägten Selbstzweifel habe ich ziemlich schnell einen Job gefunden, was nicht heisst das sich die Zweifel damit erledigt hätten. Im Gegenteil: manchmal fühle ich mich so hilflos und klein wie nie zu vor. Und das mit fast 30. Komisch, wenn ich dann an mein jugendliches Ich denke, das dachte 'mit 30 hast du deinen Shit auf jeden Fall zusammen, trägst jeden Tag Highheels und bist auf jeden Fall reich' (oh man!). Ein vielzitiertes Zitat das ich dieses Jahr wieder ausgepackt habe und an dieser Stelle gut passt "nobody said it would be easy, no one ever said it would be this hard" (opa coldplay).
Einen Traum den ich mir (ungeachtet das es ein Traum sein könnte) erfüllt habe, war meine Wanderschaft zwischen Master und Job, meine selbstkreeiertes Übergangsritual. 260 km durch Portugal und Spanien, zu Fuß. Definitiv ein Highlight, auch weil ich noch nie so wenig über den Sinn des oder meines Lebens nachgedacht habe: erfrischend.
Dass ich meine Masterarbeit über Menstruation geforscht und geschrieben habe, war ebenfalls kein Traum von mir, hat aber am Ende ganz gut funktioniert. Der Körper und Gender Themen-Komplex hat mich also noch nicht losgelassen und fängt immer wieder ein bisschen Feuer.
triste Komposition mit Hoffnungsschimmer
Mein neuer Job hat (interesanterweise?) mit alldem wenig zu tun. Er strengt mich an und fordert mich auf ungeahnte weise. Bürokratie trifft Netzwerk und zeugt zusammen ein Projekt. Das mit einigen Ambivalenzen und schwierigen Bedingungen inflitriert ist. Aber ich versuche mich im Glauben, dass alles irgendwie seinen Platz findet und übe mich auf dem Weg darin, weniger Vollgas zu geben und kleine Etappensiege zu feiern. 

Reisen 2018: holländisches Silvester, mallorquinischer Frühling, Krakow im Juni und Schweden im August, den Abschluss machte der portugisischer Jakobsweg im September/ Oktober und ein paar Tage Auszeit im Renterort zwischen den Jahren. Das Jahr war voller schöner, intensiver und überraschender Reisen. Ich hätte zum Beispiel nicht gedacht, dass ich irgendwann mal wieder mit meinen Eltern verreise. Und das es erstaunlich entspannt werden sollte. Und so kalt! Krakow hat mir wieder Lust auf Reisen und sich treiben lassen gemacht und Schweden gezeigt, dass ich doch die südlichen Gefilde und Meer bevorzuge. Aber das ist ja auch okay.

(Non-) Entdeckungen und Erkenntnisse 2018: Ich habe Jonglieren gelernt! Diesen Erfolg hätte ich fast vergessen zu erwähnen. Einen schönen Köpper habe ich leider nicht geschafft. Mit Haarseife bin ich auch nicht warm geworden. Dafür hatte ich ein paar andere Erkenntnisse, zum Beispiel, dass die Welt nicht von meiner Arbeit abhängt oder untergeht (die Bib allerdings schon. Ich sage nur Jahrhundertflut!). Auch, dass Pendeln eine Herrausforderung darstellt, besonders wenn man auf öffentliche Verkehrsmittel und Fahrräder angewiesen ist. Dazu die Schlagwörter: Virenschleuder, Hustkonzert und Oberleitungsstörung (natürlich!). Mit einem E-Bike unter dem Arsch sähe die Sache vielleicht etwas bequemer, allerdings nicht viel weniger nervig aus.

Weniger Müll wäre schön!
2018 begann mit Regenwetter in Holland und einem gerade erholten Grippekörper und endet mit einem (hoffentlich bis dahin) erholten Grippekörper bei Regenwetter (recht wahrscheinlich!) in der Eifel. Also irgendwie doch rund.

Meine Pläne für kommendes Jahr: endlich doch noch einen gestählten Körper mit einprogrammierter Viren-Abwehr bekommen, äh kaufen? Keine Ahnung, jedenfalls stählern! Vielleicht doch mal mehr schreiben? Vielleicht doch entspannter werden? Die typisch idiotischen Vorsätze also. Ansonsten habe ich noch andere absurde Wünsche zum Beispiel polnisch lernen oder endlich mal einen leckeren Kuchen backen. Oder natürlich besagtes E-Bike, als Möglichkeit mal mit so richtig PS Gaß zu geben (haha). Und wenn es nur für den AKW-Hügel gut sein wird! Als Altervorsorge und PlanXY steht auch immer noch ein Traum-Tiny-House auf meiner Wunschliste. Natürlich mit integrierter Regendusche und rießen Badewanne!
Natürlich wünsche ich mir immer noch eine bessere Welt, weniger Krieg und mehr Verständnis für alle! Aber ich bin auch dankbar, für das, was ich habe und das, was ich seien kann. Jedenfalls versuche ich das (auch wenn es mir nicht immer geklingt). Danke an alle Menschen, die täglich dazu beitragen, dass die Welt in der ich lebe so herzlich und bunt ist! 

Dienstag, 25. September 2018

How to create yourself a Übergangsritual?

Sinnbild, passend zum Thema (ebenfalls Portugal).

Um von einer Phase in eine andere zu gelangen braucht muss man meist nur weiter zu laufen. So lange bis man automatisch da angekommen ist, wo das nächste Abenteuer beginnt. Meist erwartet einen dann auch kein Startschild, kein Warnsignal oder keine besonders rührige Rede, sondern ein Wald voller neuer, wirrer Wege und Herrausforderungen. Manchmal ändert sich nichts, außer die Morgenroutine (gezwungenermaßen) oder ein neuer Titel, mit dem man glänzen kann (Master of Desaster?). Manchmal ändert sich nichts und trotzdem die Gewohnheiten, die Orte an denen man sich ab sofort aufhält, die Dinge, die man ab sofort anfängt. Manchmal ändert sich alles ohne dass ein Übergang überhaupt stattgefunden hat.  
Konkreter beschrieben: gefühlt ändert sich einiges (ein Job mit neuen Strukturen, Aufgaben und Inhalten), während ich bleibe wer ich bin (vielleicht). Natürlich blinken da Warnsignale innerlich und ab und zu auf (schaffe ich das? kann ich das? will ich das? bin ich das?). Panik und Vorfreude überwiegen gleichermaßen. Aus diesem fluiden Zustand heraus bietet es sich an etwas zu machen und einen methaphorischen Übergang praktisch zu durchlaufen (dachte ich mir). Vor allem wenn man (also ich) noch zweieinhalb freie Woche vor dem neuen Arbeitsleben hat! Als metaphorisch-aufgeladenen Weg habe ich mir den portugiesischen Jakobsweg (von Porto bis Santiago) ausgesucht, denn was eignet sich besser für einen Übergangsritual, als ein sowieso schon spirituell-kapitalistisch ausgebeuteter Weg? Eben! 

Ebenso gespannt wie auf die Kilometer, Herbergen, Landschaften und Erkenntnisse, bin ich natürlich auf die Korrektur (oder Bestätigung?) all meiner schönen Vorurteile und Ängste, der Weg könne zu voll (keine Betten oder nur Schnarcher-Herbergen), zu laut (nie habe ich meine Ruhe), zu dogmatisch (alle ohne Kreuz am Hals und genügend Stempel im Stempelheft werden verachtet) und viel zu lang (ich gebe nach 10km auf und miete mich in einer Strandbar ein) sein (mal kurz zusammengefasst). 
Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dieses Abenteuer könnte genau das sein, was ich jetzt brauche: Bewegung, Zeit für mich, viel Meer und ja auch ein gut organisiertes Wandernetzwerk (bezahlbare Unterkünfte, gutes Essen und ausgeschilderte Wege). 
Eigentlich wollte ich bereits vor einigen Jahren den Küstenwanderweg in Spanien beschreiten, hatte mir schon ein ganzes Equipement an Wanderausrüstung angeschafft und bin am Ende dann doch zuhause geblieben (weil ich zu wenig Zeit, einen Umzug zu organisieren und wahrscheinlich doch etwas Schiss hatte). Laut meiner Recherche hat der portugiesischen Jakobsweg dem Küstenwanderweg gegenüber den Vorteil, dass er etwas einfacher (wenig bis keine Steigung), noch besser ausgebaut und zudem innerhalb von zwei Wochen laufbar ist. Deshalb habe ich mich spontan für diese Variante entschieden und zwei Flüge (nach Porto und von Santiago de Compostela zurück) gebucht. 

Und nun ist es schon so weit: mein Rucksack wiegt genau 7,5kg, ich habe den Personalguide zumindest überflogen (die Packliste etwas genauer angeschaut) und mir sogar zwei Muscheln als Wegbegleiter präpariert (eine für den Rucksack, eine für das Wanderdekollté, herje!). Meine Wanderoutfits sind alle Atmungaktiv, leicht trocknend und farbenfroh und Stift und Kladde für die Dokumentation von sämtlichen Geisterbegegnungen habe ich natürlich auch dabei. Kann nichts mehr schiefgehen. Also: let's fucking walk!
 
So - oder so ähnlich romantisch - soll das dann aussehen!



Samstag, 22. September 2018

lange Nächte im Schiffstrakt

Es ist dreiundzwanzig Uhr und vierundzwanzig Minuten, das Licht ist grell und kriselt. Im Schiffstrakt Eins-Ost ist es ruhig, ab und zu hustet wer (wegen der viel zu kalten Klimaanlage) und im Hintergrund tippen auch ein paar Menschen geräuschvoll Wörter in den hell flimmernden Computer (so wie ich). Seit fünf Stunden sitze ich hier und beschäftige mich hauptsächlich mit intensivem vor mich hin Starren und fröhlichem Zukunftsplanen. Also nicht so reelles Planen, mehr so Kopfkino. Hin und wieder fragt war was und ich höre zu, nicke, lächele und  antworte dann jedes Mal "es tut mir Leid, ich habe keine Ahnung". Viel lieber würde ich sagen "ich bin bloß eine Attrappe" oder "ich existiere hier nur zum Schein". Aber damit würde ich der Service-orientierten Haltung nicht mehr gerecht, die man uns hier versucht aufzuschwatzen. Nach dieser freundlich - aber bestimmten - Antworten werde ich feindselig angestarrt oder bekomme verbale Pflaumen an den Kopf geworden. Manchmal ist es auch einfach ein Stinkefinger. Dann schaue ich noch ungläubiger als sowieso schon, schüttele meinen trägen Kopf von der einen zur anderen Seite und möchte am liebsten schreien "I don't give a Fuck" oder zumindest mal "What the Fuck?" aber hier darf man ja nicht schreien. Nicht mal sprechen. Und ein geflüstertes Fluchen ist irgendwie auch nichts. Also bleibt es beim stoischen Kopfschütteln. 

Im Grunde ist es mir völlig egal, ob sich hier an die Regeln gehalten wird und eigentlich fände ich großen Gefallen daran, diese zu brechen oder anderen beim Brechen dieser Allgemeingültigkeiten zu zusehen. Aber alle verhalten sich meist so konform, dass ich mich kaum traue in die Tasten zu hauen, dass ich mich beim Trinken wirklich nur aufs Trinken konzentriere und auch das abrupte Aufstehen vermeide. Ich könnte etwas um rempeln, um schmeißen, Lärm oder Chaos verursachen und am Ende könnte ich Menschen davon abhalten wenige Sekunden starr und hochkonzentriert in die Bildschirme zu starren. Und das wäre wirklich viel zu crazy. Denn die Leute die hier um inzwischen viertel vor elf sitzen meinen es wirklich ernst und verstehen meistens auch nicht allzu viel Spaß. Wahrscheinlich haben sie Schlafstörungen. Sie sollten sich also lieber auf die neu eingerichtete Loungeecke schmeißen und die letzten Minuten vor sich hin dösen, statt hier einen auf Marathon zu machen. Wenn ich Krach machen dürfte, würde ich ihnen diesen Tipp gratis zu rufen... aber was red' ich: alle wie sie mögen. 
Ich mag allerdings nicht mehr und mein Kopf fällt alle paar Meter träge in Richtung rot lackierten Linoleumboden. Es wird Zeit, dass es einmal, dann zwei mal gongt und alle sich langsam hinaus begeben. Dass auch die letzten ihre Taschen packen, ihre Dokumente abspeichern und für einen kurzen Moment Frieden herrscht. 
Nachts im Schifftrakt. 

Montag, 30. Juli 2018

political bodies


Ich weiß nicht wieso ich auf meinem Blog selten politisch werde (vielleicht weil ich mich nicht traue? weil ich mich damit angreifbarer mache? was sollen die Leute denken?), obwohl im realen Leben häufig etwas Kritisches zu sagen habe. Und hier eine Plattform wäre um seinen (bzw. meinen) Senf ein bisschen gesellschaftkritischer um die Wurst zu schmieren. Ich habe lange überlegt (und bin zu keinem Ergebnis gekommen), aber jetzt passiert es. Es fängt auch erstmal ganz harmlos an und natürlich, es geht um Körper. 

Your Body is a wonderland...

Das schöne an einem Körper ist zunächst, dass jede/r einen hat. Das alle wissen worum es geht (ist das so?). Kurzer Reality-Check (einmal kneifen); ja das ist er. Körper sind nicht nur deshalb schön, weil alle einen haben, weil sie uns Form und Halt geben: ein Aussehen sogar. Sie sind auch wegen anderen Dingen toll: sie sind (unter anderem) gestalt-, modifizier- und verletztbar, sie haben Flecken, Punkte, Haare, Öffnungen und Wunden und die besonders geniale Fähigkeit uns am Leben zu halten. Wow (sollte man meinen). Gerade ist der Körper aktueller (war er jemals nicht aktuell?) denn je. Überall sind sie und in all ihren denkbaren Formen sowieso und überall werden sie kommentiert. Ein einzelner Körper hat die Möglichkeit eine Vielzahl von Betitelungen und Urteile zu bestehen oder daran zu scheitern (kann ein Körper scheitern?). Selbst- sowie Fremd fabrizierte Bewertungen sind überall da wo auch unsere Körper gerade sind. Ein Körper wird außerdem zur Verkörperung der inneren Umstände. An ihm zeichnet sich nicht nur das individuelle Innere, sondern auch das gesellschaftliche Äußere ab. Starke Emotionen und Stress verursachen eine Verformung des Körpers, ebenso wie Hunger, Durst und Sport. Auch das Wetter nimmt Einfluss. Man könnte also meinen Körper sind ein Ding in dem wir stecken und das wir nicht nur gestalten können, sondern sollten. Dass wir hegen und pflegen und bloß nicht verkommen lassen sollten. Denn meist hat jeder nur einen und meist wurde er sich nicht mal selbst ausgesucht. Also warum nicht: ran an den Körper, also mach das Beste daraus!

Der Körper als Objekt der Möglichkeiten

Das kann heißen: Vorsicht bei Sonne (immer schön einschmieren), Kälte (lieber ne Jacke mitnehmen) und Wind (und ein Schal am besten auch)! Das kann aber auch bedeuten: Ich esse heute nichts (oder nie mehr), ich schlafe viel (oder gar nicht), ich rede wenig (oder immer nur noch ungefragt). Oder: ich tattowiere mir ein Pferd auf den Hintern oder pierce mir einen Nasenring oder ich zwicke mich solange in den Oberschenkel, bis ich einen blauen Fleck habe. Das alles kann auch bedeuten den Körper mit Sport,  Hormonen oder Operationen zu verändern. Ihm eine neue Form geben. Alles ist, oder scheint zumindest möglich in dieser Welt. Bei all diesen Wundermöglichkeiten (die ja gar nicht per se schlecht sind), werden allerdings häufig einige Aspekte außer Acht gelassen. Zum Beispiel:

Körper und Privilegien 

Körper sind nicht nur alle unterschiedlich, unterschiedliche Körper haben auch unterschiedliche Möglichkeiten. Und das ist völlig random: je nach dem wo ein Mensch geboren wird, unter welche Voraussetzungen jemand aufwächst und aussieht hat einen großen Einfluss auf das restliche Leben. Ein Körper wird durch sein Aussehen und seine Form, seine innere und äußere Verfassung, sein Alter und seine Gesundheit zu einem Ort der Macht. Dort gibt es Privilegien, aber auch eine große Anzahl Benachteiligungen. All diese sind gesellschaftlich konstruiert und haben rein gar nichts mit den Menschen zu tun, die rein zufällig in den Körpern stecken. Weiße, schlanke Körper haben es einfacher als schwarze, dicke, kranke oder kaputte Körper in dieser Welt. Und da können sie sich noch so anstrengen, sich noch soviel selbst lieben und noch soviel kneifen. Das heißt nicht dass weiße, schlanke Menschen keine Probleme haben. Dennoch haben sie (ich auch) viele Privilegien und werden nicht nur seltener für ihr Aussehen bewertet, sondern auch bevorzugt mit positiven Charaktereigenschaften verknüpft. Und das ist ziemlich ungerecht.


Schön-Sein

Im ganzen Körperzirkus ist 'schön-sein' (whatever that means) ein hohes - wenn nicht das höhste - Gut. Schön sein, bedeutet aktuell für Frauen beispielsweise sportlich-schlank zu sein (nicht zu dünn!), glatte, haarlose leicht gebräunte Haut zu haben und saubere Kleidung zu tragen, nicht zu grell, nicht zu auffällig, aber auf keinen Fall nichtssagend und unscheinbar. Diese Schönheitsvorstellungen verändern sich zudem alle paar Meter und Jahre. Die Erfüllung der Ideale spricht deshalb auch dafür, dass ich es schaffe mitzuhalten, dass ich aufmerksam den Zeitgeist kenne und mitverfolge. Ein derzeitiger Trend geht nicht nur da hin, dass andere uns lieben, weil wir schön sind, sondern auch das wi uns selbst lieben, weil wir schön sind (am besten: so wie wir sind). Das Ganze heißt dann: Self-Love. An Selbstliebe ist sicher nichts verkehrt, es sei denn; du musst. Es sei denn: schön-sein ist wichtiger als 'Sein'.


Körper als Orte der Scham

Bist du nicht schön, schämst du dich schnell. Warum? Wegen deines Körpers. Er ist nicht so wie er seien soll und selbst wenn; er könnte besser sein. Selbst wenn er perfekt funktioniert, Gründe um sich zu schämen sind dennoch zahlreich vorhanden. Zum Beispiel: er blutet (Frauen sind davon besonders 'betroffen'). Zum Beispiel: er stinkt, er kratzt oder macht komische Laute. Scham ist kein rein weibliches Phänomen und doch werden besonders Frauen von Körperscham heimgesucht. Warum? Vielleicht weil sie häufig besonders auf ihre Körper reduziert werden, vielleicht weil sie gelernt haben nicht okay zu sein, vielleicht weil sie es einfach nicht besser wissen. Scham ist eine seltsame Emotion und braucht eigentlich immer ein vorgestelltes Gegenüber. Wer könnte das sein? Ein Mann? Die Eltern? Freunde? Warum sollten die urteilen? Weil es alle tun. Weil sie sich selbst nicht mögen. Weil es andere nicht tun. Ein klassischer Teufelskreis. 

Geschlechtskörper 

Ein Körper ist auch deswegen politisch, weil er in unserer Gesellschaft angibt welches Geschlecht wir haben. Meist wird hier nur zwischen weiblich und männlich unterschieden. Dieser Unterschied ist wahrscheinlich überhaupt nicht nötig, geht aber auch wiederum mit einer Vielzahl von weiteren gesellschaftlichen Unterschieden und  Zuschreibungen einher. Je nach dem welches Geschlecht unser Körper anzeigt (oder auch nicht), gibt Auskunft darüber, welche Vorstellungen und Erwartungen damit in vielen Köpfen stecken. Ein Junge im rosa Glitzerkleid? Eine Frau als EZB Fifa Vorsitzende? Ein Mensch der nicht als Frau oder Mann gesehen werden will, sondern sich einfach als Mensch fühlt? Für viele Menschen unvorstellbar. Warum? Wahrscheinlich weil Schubladen und Kategorien die Welt ordentlicher und berechenbarer aussehen lässt. Aber die Welt ist genauso kompliziert wie wir und deshalb sind Geschlechterkörper ebenfalls politisch. Sie reproduzieren Machtverhältnisse auf diverse Weise.

Ich bin: mein Körper. 

Bei all den vielen Inszenierungen vergessen wir häufig (ich auch), dass wir nicht nur einen Körper haben, sondern gleichzeitig auch eben genau dieser sind. Mein Körper ist ich, ich ist mein Körper. Eine Trennung von dem was wir als Ich bezeichnen und dem, was wir Körper nennen ist zwar sprachlich möglich, nicht aber real trennbar. Es sei denn wir sind tot natürlich. Dann war da mal Ich und doch ist da noch ein Körper. Fest steht für mich auch, nur weil ich weiß, dass ich all diesen gesellschaftlichen Vorstellungen von Körper und Körper-Sein ausgesetzt bin, heißt dies noch lange nicht, dass ich von all diesen Konstrukten frei bin. Im Klartext: ich urteile, ich bewerte Körper, meinen und andere, andauernd. Auch ich will eigentlich fit sein, am Besten muskulös, aber schlank, leicht gebräunt und auffällig genug gekleidet, aber nicht zu auffallend. Und ich schäme mich wenn ich faul bin, wenn mein Körper dellig, wellig und unstraff erscheint. Schöne Scheiße also.

Wieso also dieser Text?
Ich plädiere natürlich auch dafür, weniger zu urteilen und Körper-Menschen 'sein' zu lassen. Sich bewusst zu machen, welche Auswirkungen es hat und haben könnte, aber auch welche Einflüsse auf mich selbst einwirken. Wie so häufig geht es um Awareness und Selbstrefektion und um das Ausprechen von Gedanken. Vielleicht ist es möglich so (oder so ähnlich) Dinge zu verändern (maybe, maybe not). 

Samstag, 28. Juli 2018

der Sommer so lang wie ein Maxikleid

Der Sommer hört nicht auf. Jeden Morgen ist er wieder da und ich kann in Schlafshorts auf dem Balkon sitzen. Jeden Morgen cyan-blauer Himmel und sattes grün als Umrandung. Während der Schlafsand in meinen Augen ganz krustig wird und anfängt zu jucken, haben andere bereits Verhandlungen geführt, ernsthafte Worte gesagt, einen Roman geschrieben oder sind zumindest einen Halbmarathon gelaufen. Alles um mich herum surrt vor Geschäftigkeit, während ich mich im inneren Strukturien übe. Konkret heißt das: wach werden und Bewerbungen schreiben. Oder: Bauchmuskeln produzieren und Duschen. Während andere ihre zweite Mittagspause machen, umarmt der Sommer mich auch noch um halb eins, wenn ich mal das Haus verlasse und wie eine Katze im Kietz herum streunere. Sie empfängt mich mit einer Wucht, die mich fast umhaut, aber gleichzeitig meine Gedanken auf eine angenehme weise plättet. Gibt man mir etwas Zeit, so werde ich immer besser im Anpassen und Akzeptieren der gesamten Situation, die Menschen im allgemeinen 'Übergangsphase' nennen. Umso länger der Sommer anhält, umso mehr weiß ich um den Luxus dieser Zeit. Umso mehr weiß ich auch um meine Anpassungsfähigkeit, die ich mir sonst so häufig abspreche. 


Abends, wenn ein lauer Wind über meine Arme streift, wenn mir im T-shirt fast zu kalt, aber im Pulli eindeutig zu warm ist, gibt es mal wieder so einen Erkenntnismoment. Einen, wo man plötzlich weiß warum und wieso das alles. Ich stehe aufrecht und halbwegs stabil und wenn man mich um schmeißen wollte, würde man das natürlich schaffen, aber vielleicht nicht so leicht wie sonst. Meine Beinen scheinen verwurzelter und weniger runzliger. Einen Moment sehen sie fast glatt aus. Während ich mich noch wundere und von leichten Gedanken wie weggezogen werde, fängt es an zu regnen. Fast hätte ich vergessen was das ist. 

Mein Momente-Speicher ist randvoll und ich frage mich wieviele ich davon bald vergessen habe, wann meine Beine wieder zu jucken anfangen und mein Gleichgewichtssinn wieder schwindet. Für was meine Kompetenzen und Fähigkeiten ausreichen werden oder wieviel man mir so zutraut. Und natürlich wieviel ich mir selbst zutraue. Wenn ich daran denke, kribbeln meine Organe und mir wird noch wärmer als sowieso schon. Auch mein Hals kratzt wieder und ein leichtes Jucken wandert über den Oberarm. Dann erinnere ich mich an einen Satz, der bei mir Wirkung hinterlassen hat und fange an zu tanzen. In meinem Kopf und in der Realität, zwischen den Welten. (Und es funktionierte.)

Donnerstag, 26. Juli 2018

Birnensaft mit Botschaft



Überdrehte Gedanken und überdehnte Haut und ein klassischer Fall von Übernächtigung, Überhitzung und Überdruss. Ich liege wach und es ist halb fünf, draußen fiepen ein paar Vögel, ansonsten ist nicht viel Aktion, außer in meinem Kopf natürlich. Eine organische Masse aus Masterarbeit, anderer Arbeit, Hitze und Zukunftsangst wabert durch meinen Körper wie ein Schloßgespenst. Da es so schnell in meiner Magengegend herumwirbelt, wird mir nach ein paar Minuten schlecht. Gerade träumte ich noch man wolle mich umbringen, davor von Auslandsaufenthalten in Bratislava und dem klassischen Zugverpassen, jetzt wälze ich meinen aufgedunsenen Körper von einer zu anderen Seite und frage mich ob ich besser aufstehen, oder es noch mal versuchen sollte. Ob ich mich noch mal richtig anstrengen und bemühen sollte. Dieser Gedanke ist um halb 5 keineswegs so abwegig als wenn man ihn ausgeschlafen am Nachmittag aufschreibt, vor allem wenn man in eineinhalb Stunden aufstehen und Bücher sortieren muss. Also strenge ich mich extra an und denke völlig verkrampft an eine Stunde Tiefschlaf und wie er über mir einbricht wie eine Welle. 

Wenn ich früher als Kind nicht einschlafen konnte, was durchaus häufiger passierte, erklärte ich mir das damit, dass mein persönlicher Schlaf-Hersteller selbst eingeschlafen war und deshalb nicht für meinen Schlaf sorgen konnte. Der Schlaf-Hersteller, das war eine Mond-ähnliche Gestalt der in meinem linken Gehörgang wohnte. Er hauste dort mit seiner Assistentin, mit der jeden Abend ein seltsames Gebräu aus Tiefschlaf herstellte. Also fast immer, es sei denn er war vorher selbst eingeschlafen. Wer für ihn Schlaf herstellte war ungewiss, aber ich nahm an, dass auch er jemanden im Gehörgang sitzen hatte. Um den Schlaf herzustellen war es von besonderer Wichtigkeit ein ausgewogenes Verhältnis von Müdigkeit und Schlaf im richtigen Zeitpunkt herzustellen. Das Ganze wurde in einer Sanduhr hergestellt und ein paar Mal hin und her geschüttelt. Dann wurde die Sanduhr gekippt und es konnte nur noch Minuten dauern bis man sich schon mitten im Schlaf befand. Natürlich waren die beiden Schlaf-Hersteller nicht frei von Fehlern und es passierte, dass der Schlaf nicht lang genug geschüttelt wurde oder eine zu schwache Ausführung war. Deshalb lagen manche Menschen stundenlang wach oder hatten Schwierigkeiten einzuschlafen. Manchmal gab es auch technische Schwierigkeiten mit der Sanduhr (Verstopfungen oder Brüche), im schlimmsten Fall starb einer der beiden. Nachschub zu besorgen konnte dauern, denn Schlaf-Hersteller waren schwer zu kriegen, besonders die Guten natürlich. Manchmal redete ich mit meinem Schlaf-Hersteller, versuchte ihn aufzuwachen oder ihm zu erklären, dass es okay sei erschöpft zu sein. Manchmal half das.

Vielleicht war mein Schlaf-Hersteller einfach alt geworden. Alt und tattrig, dachte ich, mein 28 Jähriges Ich, völlig überhitzt im Kopf, um kurz vor fünf. Durch einen Spalt am Vorhang konnte ich die ersten Sonnenstrahlen sehen, wie sie bereits über die Dächer lugten. Mein Haar klebte an meiner Stirn und mein Bauch blubberte vor Aufregung. Ich hatte jetzt schon Angst vor dem nächsten Einschlafen, da ich wusste, dass es ein echter Fluch sein konnte. "Einmal schlecht schlafen, immer schlecht schlafen" und plötzlich wollte ich nur aufstehen, aber ich hatte das Gefühl, die Decke sei Eins mit mir. Ich hatte das Gefühl, dass im Laufe der nächsten Minuten alles auseinander brechen könnte. Dass ein Stück Gehirn in meinen Körper flutschen und sich dort mit anderen Organen gegen mich verschwören könnte. Ich lege mich mit meiner Stirn gegen die halbwegs kühle Zimmerwand und murmelte vor mich hin. Eigentlich konnte es nur Besser werden. Alles ist besser als mit Schlaf-Herstellern zu disktutieren, vor allem wenn man nicht mehr an seine Existenz glaubt. Wenn man weiß, es sind Wellen, die vom inneren Meer herangespült werden, die aus dem Bauch kommen und von der Leib-Beaufragten und dem Sicherheitsdienst zusammen beantragt werden. Normalerweise. Jetzt liegen sie gerade in ihre Zentralbüro, hinter dem rechten Ohr und schlafen ihren Rausch aus. 

Es ist kurz nach 5 und ich stehe auf, ziehe mich an. In der Küche trinke ich ein Glas Birnensaft. Der soll kühlen und den Magen beruhigen. Und gut für die Nerven sein. Dann gehe ich raus und verlasse diese Welt. Zum Bücher sortieren.

Mittwoch, 4. Juli 2018

klassisch, schnörkellos, fadenscheinig.

 
Wie schlecht ich im los lassen bin. Einzigartig. 

Es ist die klassische End-Zeit-Phase. Ich reagiere wie immer und im Bilderbuch-Style. Ich meine damit: alles, einfach alles. Es fühlt sich an als würde ich innerlich zum Siedepunkt kommen und dann äußerlich einfach übersprudeln. Aber ich lege extra viel Rouge und Lippenstift auf, damit alle denken ich hätte mein Leben im Griff. Denkt und dachte wahrscheinlich noch nie irgendwer, aber ein bisschen möchte ich den (inneren) Schein (?) wahren. Während ich für die ganzen Schichten (vermeintliches) Selbstbewusstsein dann auch locker ne halbe Stunde länger als sonst brauche, laufe ich Zuhause herum wie ein überhitzter, verkohlter Kochtopf, oder wie ein verschrecktes Huhn oder ein ausgesetzter Hund (das Sinnbild könnt ihr euch aussuchen).
Panik ist so ähnlich wie Migräne, es wird nicht unbedingt besser, wenn man weiß was passiert, aber es wird vielleicht erträglicher, wenn man beachtet, dass man bisher immer überlebt hat (was natürlich nie eine Garantie ist, dass man es beim nächsten Mal auch tut). 
Und wie sollte man eine Kack-Übergangs-End-Phase besser nutzen als mit übelen und verachtenswerten Nichts-Tun, Schlafen und Rumeieren? Der Traum einer jeden Perfektionistin, sag ich ja. Wenn es gut läuft schaffe ich es manchmal physisch abzutauchen (im Chlorwasser), wenn es schlecht läuft, vergesse ich auch mal zu duschen. Und dazwischen: feiere ich (manchmal) meine letzten Studienmeter als wäre es 2011 (oder so) und schreibe einen Text* darüber. 

Mein Körper ist ich und ich bin mein Körper und trotzdem tanzen wir getrennt von einander. Die sandigen Füße und die klebrige Haut spüren den Bass, dehnen und bewegen sich. Nehmen den sonderbaren Raum aus Beton, Sand und Gras ein. Lichter vermischen sich mit anderen schwammigen Konturen. Wenn ich mich umsehe leuchten mir wilde Augen entgegen. Sie sehen mich an, wenden sich wieder ab, verschwinden in der Dunkelheit. Ich suche nach Halt in mir, aber da ist nicht viel. 
Ich weiß nicht ob es 2011 oder 2018 ist, denn dazwischen existiert zwar eine ganze Welt, aber manchmal auch nur ein Stück Papier. Manchmal falle ich zurück und kann nicht sagen wohin. Ich existiere dann in einer Art Zwischenwelt, selbst gebaut, gemütlich eingerichtet. Es ist wie Unterwasser, still und gedämpft. Ich kenne das, ich war schon oft hier. Das Außen kann nicht mit dem Innen kommunizieren. Wenn man redet kommen nur Luftblasen zum Vorschein. Das ist schön, aber gleichzeitig hinderlich, wenn man eigentlich etwas zu sagen hätte.
Der Blick ist versetzt, wenn man einen Blick so nennen kann. Ganz nah, aber doch nicht da. So was irritiert mich, aber gleichzeitig lässt es mich Auftauchen. Hallo, hier bin ich wieder. Ein paar Sätze ohne Bedeutung. Tief durchatmen und dann wieder versinken. Manchmal dauert es Ewigkeiten, manchmal Sekunden. Dann bitzelt es auf meinem Gaumen und kitzelt in meinem Bauch. Dann zieht es mich in die Tiefe und ich habe Angst dass ich nie wieder Luft bekomme.
Meine Kehle schnürt sich zusammen, mein Herz rast. Panik in allen Körperteilen. Zappelnde Füße und Hände. Ein Teil von mir will gerettet werden, ein anderer einfach verschwinden. 
Bevor alles Dunkel wird vergeht so viel Zeit. So viel wie ich will. Als meine Ohren schon rauschen finde ich den Weg wieder und spüre einen kleinen spitzen Stein zwischen meinen Fußzehen. Aua. Dann bin ich wieder eins, da, lege mich auf einer sandigen, zersetzten Matratze ab und träume vielleicht doch nicht. Es ist 2018, ich ziehe an der Zigarette in meinen Händen, starre in die Nacht, auf das ganze Beton über mir. Dumpf hört man ein leises Sausen und Zischen. Es sind die Autos, die über mir her rasen, oder der Wind. 

Samstag, 10. März 2018

Vollpfosten




Ich-sein ist anstrengend. Genauso anstrengend wie es vermutlich für alle anderen auch ist sie selbst zu sein. Genau so, nur anders eben. Und mit vertauschten Köpfen wäre die Sache auch nicht getan, denke ich und laufe mit meinem eigenen Kopf fast gegen eine Laternenstange. In der einen Hand meine getrockneten, ungeschwefelten Mangos in der anderen Hand einen spitzen und rauen Stein der in meiner Tasche liegt. Wenn ich nervös bin kralle ich mich gerne daran fest, so lange bis meine Hand ein wenig taub wird. Dann wird es unangenehm und ich ziehe meine Hand wieder aus der Jackentasche und schüttele sie ein bisschen, so als wäre da irgendwas Ekliges dran, was sich so abschütteln ließe. Ihr wisst was ich meine. Während ich also fast gegen die Laternenstange laufe, 100g beste Fairtrade-Ware in mich stopfe als gäbe es kein Morgen und mich gleichzeitig versuche mit einem lächerlichen Stein zu beruhigen, spüre ich diese Anstrengung und denke, 'ja in meinem Kopf ist es echt anstrengend'. Ja, so anstrengend, dass ich vielleicht hin und wieder absichtlich gegen Laternenstangen laufen sollte. Da mir direkt der tröstliche Gedanke kommt, dass es wahrscheinlich allen Menschen so geht, löst sich plötzlich der Vorgang und ich sehe einen Film wo alle Menschen ständig gegen Laternenstangen laufen und dabei denken 'bestimmt geht es allen so'. Da ich heute noch mit keinem Mensch gesprochen habe spüre ich den Impuls jemanden anzurempeln und mich zu informieren ob mein Kopfkino der Realität entsprechen könnte. 'Entschuldigung, möchten sie gerade auch gegen eine Laterne laufen?' 'ja?' 'dann tun wir es doch zusammen, sie von rechts, ich von links' und zack lägen wir beide mit voller Dröhnung auf dem Gehweg und niemand würde sich daran stören, weil es ja alle verstehen würden. Stattdessen passiert, was passieren musste und meine Hand wird taub und eklig. Eine Hintergrundmusik erklingt. 'shake it like a polaroid picuture'.



Zuhause lasse ich mein Leben Revue passieren, zumindest ein Teil davon. Deshalb kann ich auch sonst nichts machen und liege wie erstarrt auf dem Bett. Für andere könnte es so wirken als würde ich mich offenen Augen schlafen, tatsächlich arbeite ich härter als jemals zuvor. Das ist eher als Halbwahrheit zu verstehen, auch wenn alle wissen, dass ich das Wort Wahrheit entsprechend realitätsfremd einordnen würde. Aber wo war ich? Genau liegend auf dem Bett, da ist so als würden hundert Filme gleichzeitig abgespielt und so, als würde man andauernd von a nach b zappen und den Channel wechseln. Hin und her, vorwärts, rückwärts und wieder von vorne. Unfassbar wie lebendig alles sein kann, wenn der Körper gar nichts tut. Während mein Geist rennt, schlafen meine Körperteile. Das ist ein komisches Gefühl, aber es ist auch so als würde man sich wahrlos durchs Netz klicken, man kann einfach nicht aufhören. Am liebsten würde ich die wichtigsten Momente aufmalen oder abzeichnen um ihnen Fassung zu geben, aber was sind schon die wichtigsten? Und schon ploppt neben den hunderttausend Filmen ein kleines Ranking auf das im Sekundentakt wild vor sich hinblickt. Die Filme versuchen sich anzupassen aber scheinen sich auch nicht so richtig unterordnen zu wollen. Also tauchen hin und wieder Warnsignale in Form von konsistenten Bildern auf. Sie klingeln in meinem Kopf wie Rauchmelder.



Dann versuche ich es erneut, stelle mich auf die Matte und versuche wieder eins zu werden. Das ist kein leichtes Unterfangen wenn ich das Gefühl habe ich bestehe aus tausend verschiedenen Puzzle-Teilen die zum Teil von einem falschen Puzzlespiel kommen und nur aus versehen in dieser Körper-Box gelandet sind. Das Video trägt den Namen 'Self-Love' und noch bevor ich im herabschauenden Hund weiter vor mich hin existiere, sehe ich wie 10 Millionen Viewer gleichzeitig 'Self-Love' praktizieren und damit eine riesige Welle auslösen. Weil sie nicht zu Arbeit gehen steht alles still, weil alle im herabschauenden Hund sind und nur nach ihren Füßen gucken und sonst nichts. Kein Krieg, kein Gebrüll, selbst Babys und Kleinkinder, alle machen mit oder schauen zumindest irritierend aber zufrieden zu. Auf den Straßen kein Auto, keine Verschmutzung, weil alle gerade mit Selbstliebe beschäftigt sind. Kurzer Weltfrieden. Doch dann bricht der Hauptserver zusammen, die Liveübertragungen hängen und alle kollabieren langsam im Hund. 'Wie lange noch?' höre ich es schon von nebenan brüllen und irgendwo kommt auch ein verzweifeltes 'ich kann nicht mehr'. Irgendwann schon bald gibt der/die Erste auf und andere ziehen mit. Jeder einzelne Kopf ist voller Blut, jede Gesichtsfarbe irgendwie ungesund. Auch ich habe keinen Bock mehr, rolle mich erst ein, dann wieder auf, stehe kurz und lege mich dann wieder aufs Bett, drücke Play. Diesmal ein echter Film. Weil es auf Dauer auch gar nicht anders zu ertragen ist. 

Mensch-sein ist anstrengend. Das haben wir alle gemein. Doch die Ventile für Übermüdungs- und Abnutzungserscheinungen variieren, so dass am Ende doch niemand Niemand versteht. Oder wie Sophie Hunger fragen würde 'Niemand, was, was willst Du?'. Mein Ventil für zirkuläres Kopfkreisen und Körperauflösung begründet sich hier drin, im Aufschreiben, im Beschreiben von phantasierten Welten und realen Umständen, die sich zusammen mischen wie Kaffee mit Milch. Ein unterstätztes Spektakel (der Kaffee-Milch-Prozess).

Mittwoch, 17. Januar 2018

walking on raufaser.


Geschichten zu erzählen ist eine Kunst, weshalb ich auf Raufaser laufe und Dinge extra unscharf lasse. Das Buch was ich lese sagt, ich solle mich öffnen und all den Kram rein- und dann wieder rauslassen, jedenfalls interpretiere ich das so für mich. Ich versuche also an mich und mein Kunst-Schaffen zu glauben ohne dabei furchtbar künstlich zu sein. Einfache Ideen kreieren und dann los lassen. Und einfach mal auf die Technik scheißen. Aber was dabei transportieren. Einen Sinn im Schaffen finden und an Dingen scheitern und lernen. Aha, interessant!


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"In eurem Kopf gibt es eine Insel, ganz hinten links, hinterm Dings" sagt sie und schaut uns erwartungsvoll an. Sie starrt uns regelrecht an. Vielleicht möchte sie uns auch auffressen. Viele nicken, ich starre zurück, aber auch irgendwie auch durch sie durch. Ihre Hand fährt nervös über ihren Rock, der viel zu billig wirkt für eine Veranstaltung wie diese. Ich notiere es in meinem bereits ausgefledderten College-Block. Sie hatte sich wahrscheinlich mehr Interesse für ihren seltsamen Vortrag erhofft. Also sage ich etwas lauter "hinterem Dings, aha, was bedeutet das?" Jetzt lächelt sie wieder, sammelt sich und fährt dann mit ihrer ungeheuerlichen Art fort. Alles was sie sagt ist blanker Unsinn, dass ist allen in diesem Raum klar. Niemand will noch länger zuhören und auch ich fange wieder an blaue Jeans zu zählen. Dann Brillen. Dann Tattoos. Letzteres wird ein eher schwieriges Unterfangen und alles was ich finde ist ein Finger mit einem Halbmond drauf. Hinterste Reihe, ganz links. Person mit kurzen roten Haaren. Ich gratuliere mir zu meinen Adleraugen, aber es ist klar, das jetzt, wo ich mich ausgiebig umgeschaut habe, alle noch nervöser werden. Sie schieben ihre Hintern hin und her, wippen mit den Beinen und einige gähnen bereits. Arme Insel-Frau. 

Nach dem Vortrag gehe ich nach vorne und bedanke mich. "Danke, dass sie ihr Dings mit uns geteilt haben". Alle Jaulen und trappeln mit den Füßen fast lautlos auf dem dünnen Linoleum, nur die Insel-Frau zupft sich nervös an ihrem zu kurzem Pony herum. Sie findet nicht witzig, dass sie alle für eine Lachnummer halten und doch steht sie noch immer hier und lächelt falsch. Diese Situation müssen wir später genauer analysieren, aber jetzt bleibt nicht mehr viel Zeit. "Gibt es noch Fragen?" Ich schaue in leere Gesichter, warte ein paar Sekunden und sehe dann den Finger der Person mit dem Halbmond-Tattoo. "Hier!" "ja bitte." "woher haben sie den Rock?" "interessante Frage" stelle ich fest und gebe das Wort mit einer großen Geste an die Insel-Person weiter. Die verzieht keine Miene und sagt "H&M, Schlussverkauf." "Wunderbare Wahl" schließe ich das kurze Frage-Antwort-Spiel ab. Wobei "eine Frage habe auch ich noch", sage ich und stelle mich nun direkt vor die Person, die mir gerade zwanzig Minuten meiner kostbaren Zeit gestohlen hatte. "Wer sind sie eigentlich?" Alle grölen und auch ich lache mir ein bisschen ins Fäustchen. Wie schnell die Situation hier eskaliert war war beispielhaft. Ich hatte mir vorher keine großen Gedanken zum heutigen sozialen Experiment gemacht und war eher unvorbereitet ins Seminar gekommen, aber jetzt lief es einfach. Just let it flow! Das war auch mein Motto für dieses Jahr. Und es hatte ja gerade erst angefangen. Aber Schluss jetzt. Mit einer Hand packe ich schwungvoll ihren Arm und streckt ihn zu einer Art Sieges-Pose in die Höhe. "Das war Misses Insel und ihr sinnloses Gelaber" schreie ich in die Menge, so als wäre es eine Zirkusnummer. War es ja irgendwie auch. Dann sehe ich der Insel-Frau kalt in die Augen - ich hatte das unzählige Male vor dem Spiegel geübt - und endlich, endlich fing sie an zu weinen. 

Sobald jemand weinte, hörte ich auf. Das war meine eiserne Regel. Und irgendwann weinten sie alle. Also gehe ich von der Bühne, hole ihr ein Glas Wasser und bitte sie, sich kurz zu setzen. Den anderen befehle ich, augenblicklich aus ihren Rollen zu schlüpfen und sich wieder ihrem analytischen Verstand zu bedienen. Kein einfaches Unterfangen denn die Rollen verschwimmen jedes Mal aufs Neue. Erst jetzt schaue ich auf meine Uhr. Sie hatte Ganze 45 Minuten gebraucht. Ich reiche ihr ein Taschentuch und zeige ihr dann das Gif einer friedlich schlafenden Katze. Die Idee war von einer studentischen Hilfkraft gekommen die selbst mitgemacht hatte. Also bekamen es alle zur Beruhigung. Und 45€ Aufwandsentschädigung. "Danke, du darfst jetzt gehen" sage ich der Frau mit dem kurzem Pony, die immer noch schluchzt. Lustig, dass ich nicht mal ihren Namen weiß. 

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2018 startet wie unsere Raketen in Holland, mühsam und dann quer zum Boden, aber doch voller Funken. AHJA.